Herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Technischen Universität Darmstadt, bearbeitet von Wiard Hinrichs, Albert Krayer und Horst Zehe. Der Band bietet mit dem Nachdruck von Erxlebens "Anfangsgründe der Naturlehre" einerseits den Ausgangspunkt und Leitfaden für Lichtenbergs Vorlesungstätigkeit. Zum anderen erlaubt er durch den parallelen Abdruck von Lichtenbergs zahlreichen Randbemerkungen einen lebendigen Eindruck von Lichtenbergs Verwendung des Buches in den Vorlesungen und bei der Fortschreibung des Werkes seines früh verstorbenen Freundes. Von den drei erhaltenen Exemplaren aus Lichtenbergs Besitz enthält das der vierten Auflage von 1787 die weitaus meisten Marginalien und steht daher im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Lichtenbergs weitere Bearbeitung des Erxleben beleuchten die beigegebenen Vorreden zur fünften bzw. sechsten Auflage sowie die Randbemerkungen zur letzteren. Ein ausführliches Verzeichnis der in den Marginalien oft nur sehr verkürzt angegebenen Literatur dokumentiert Lichtenbergs Rezeption der aktuellen Veröffentlichungen in seinem Fach, das er selbst vor seinen Studenten als in einem "reißenden Fortgang" begriffen charakterisierte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2006
Dieser Band, so kann der Rezensent Bernhard Dotzler nur staunend feststellen, ist ein weiterer Erweis der Außergewöhnlichkeit des Georg Christoph Lichtenberg. Auf den ersten Blick nicht mehr als persönliche Anmerkungen zum physikalischen Standardlehrbuch des jung verstorbenen Johann Christian Polykarp Erxleben, aber die haben es in sich. In der Um- und Verarbeitung, im Hinzufügen unter gleichzeitigem Weiterexperimentieren wird der Band zu etwas anderem, als er war. Nämlich zum Dokument der "Wissenschaft in Aktion", das die heute aktuelle Theorie dessen wissenschaftlichen Fortschritts als Experimentalveranstaltung mit immer offenem Ausgang bereits erahnen lässt. Der Dialog zwischen Lichtenberg und dem verstorbenen Lehrbuchautor ist seiner Zeit weit voraus, erklärt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2005
Lichtenbergs "Vorlesungen zu Naturlehre" seien eine in vielen Schichten immer neu überarbeitete Fassung der "Naturlehre" seines 1777 verstorbenen Freundes und Professorenkollegen Johann Christian Polykarp Erxleben, erläutert Rezensent Alexander Kosenina die historischen Hinter- und Untergründe. Mit der "Naturlehre" beginne der Wallstein Verlag eine fünfbändige kritische Werkausgabe der Vorlesungen Lichtenbergs. Der vorliegende erste Band umfasst bereits 1133 Seiten, die Kosenina sichtlich Freude bereitet haben. Jetzt könne man Erxlebens Urfassung von Lichtenbergs gedruckten Zusätzen in der dritten und vierten Auflage unterscheiden, und diese wiederum von den späteren handschriftlichen Zusätzen in Lichtenbergs Handexemplar. "Wissenschaftsgeschichtlich ein Meilenstein", zeigt sich der Rezensent begeistert, so sei nicht allein das physikalische Weltbild der Aufklärung als Grundlage der weltanschaulichen Auseinandersetzungen der Zeit versammelt, auch der rasante wissenschaftliche Fortschritt zwischen 1772 und 1792 sei jetzt Schritt für Schritt ablesbar. Kosenina hebt die Brisanz der behandelten Themen wie Erdbeben oder Magnetismus für die damalige Zeit hervor, die in der Literatur beispielsweise eines Jean Paul große Bedeutung gefunden hätten.
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