Herausgegeben von Jean-Michel Bonvin, Georg Kohler und Beat Sitter-Liver. Was bedeutet "Gemeinwohl" (bonum commune) im Zeitalter der Globalisierung? Hat der Begriff Orientierungskraft, oder ist er eine leere Formel? Braucht es ihn überhaupt noch, angesichts der Ausformulierung vieler seiner zentralen Gehalte in nationalen Verfassungen und internationalen Abkommen? Ist nicht in "postmoderner" Zeit das Gewicht auf formale Verfahren zu legen, anstatt auf materiale Werte? Dient der Rückgriff auf das lange hochgehaltene Prinzip bloss beschwichtigender Verschleierung, oder erinnert dieses an normative Gehalte, auf die nicht verzichten kann, wem an humaner Gestaltung menschlicher Existenz liegt? Und ist der Begriff, in abendländischer Tradition heraugereift, universell überhaupt bedeutungsvoll, also für interkulturelle Kommunikation geeignet? Die hier versammelten Beiträge suchen Antworten und spiegeln das 21. interdisziplinär, international und kontrovers gehaltene Forschungskolloquium der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (2002).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2004
Die Frage nach dem Gemeinwohl hat eine lange Tradition vorzuweisen und ist nach wie vor aktuell und weltumspannend. Die Beiträge von 18 Teilnehmern an einem Schweizerischen Kolloquium zu diesem Thema seien nun in einem Band versammelt, doch eine breite Leserschaft werde das Buch wohl kaum finden, meint Anette Bingemer. Dafür sei allein schon die Sprache zu akademisch-unverständlich, und auch die verschiedenen Argumente könnten nur mit einem großen Vorwissen eingeordnet werden. Darüber hinaus würden zahlreiche Aspekte dargestellt und diskutiert, eine Synthese werde dem Leser jedoch nicht gegönnt.
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