Garth Risk Hallberg

City on Fire

Roman
Cover: City on Fire
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100022431
Gebunden, 1080 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Tobias Schnettler . New York City, Neujahr 1977. Ein Schneesturm zieht über die Stadt, Feuerwerk erleuchtet den Himmel und im Central Park fallen Schüsse. Die Ereignisse der Nacht bringen eine Gruppe unvergesslicher Figuren zusammen: Die schwerreichen Erben William und Regan Hamilton-Sweeney, Mercer, der am großen amerikanischen Roman schreibt, die Punk-Kids Sam und Charlie aus der Vorstadt, den besessenen Magazin-Reporter Richard und den Cop Larry. Sie alle leben und lieben hier, in der großen Stadt, die bankrott und gefährlich ist und zugleich vor Energie platzt. Als dann am 13. Juli 1977 die Lichter ausgehen, gerät New York City in den Ausnahmezustand - und nach dem Stromausfall ist kein Leben wie zuvor...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.05.2016

Klar, Garth Risk Hallberg New-York-Epos "City on Fire" hat ein paar hundert Seiten zu viel, meint Rezensent Andreas Schäfer, und die vielen Figuren, deren Perspektiven der Roman nacheinander einnimmt, werden mit der Zeit etwas unübersichtlich, aber es sind nun einmal genau diese Figuren mit ihrer fein abgeschauten Psychologie, die Stärke und Charme dieses Buches ausmachen, lobt der Kritiker. Sie alle haben auf die eine oder andere Weise etwas mit dem Fall eines angeschossenen Mädchens zu tun, das im Koma liegt, und in einem clever gebauten Schlussspurt, der die Nacht des Stromausfalls vom 13. Juli 1977 umfasst, führt Hallberg "geradezu großartig" die einzelnen Erzählstränge zusammen, erklärt Schäfer. Leider will der Autor ausgerechnet in dieser chaotischen Nacht auch noch Harmonie zwischen den verschiedenen Milieus der Stadt stiften. Das, meint der bis dahin hingerissene Rezensent, ist dann doch "vom Guten etwas zu viel".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.03.2016

Hymnisch bespricht Fritz Göttler Garth Risk Hallbergs neuen Roman "City on Fire", der den Kritiker ins New York der siebziger Jahre führt. Auf mehr als tausend Seiten entfaltet der Autor ein "fantasmagorisches", verzweigtes und bemerkenswert dichtes Panorama der Stadt an ihrem Tiefpunkt, das den Rezensenten sofort in den Bann zieht: Er erlebt in diesem Weihnachten 1976 beginnenden Roman nicht nur die Auswirkungen einer ersten Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Anstieg von Drogenmissbrauch und Kriminalität, Verfall von Häusern, Straßen und der Sozialstruktur, sondern auch eine neue Freiheit, der eine ebenso energische wie anarchische Subkultur entspringt. Allein wie Hallberg ein kleines "punkig-patziges" Fanzine in den Roman einbaut, in dem die junge Samantha von Clubs, Konzerten und Graffitis erzählt, gerät dem Kritiker zum heimlichen Höhepunkt des Buches. Tief beeindruckt zeigt er sich auch von dem "halluzinatorischen Detailfetischismus" des Autors, der Innensichten und Außensichten auf die Figuren und ihre Stadt ebenso brillant zu verbinden weiß, wie er die großen europäischen Romane des 19. Jahrhunderts mit populären amerikanischen TV-Serien verknüpft.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.03.2016

Hannes Stein beschreibt Garth Risk Hallbergs Roman "City on Fire" als Epos von Dickens'schen Ausmaßen. Ein junger, schwarzer Intellektueller wird von der Schwester seines schwerreichen weißen Freundes aufgesucht, die ihm einen mysteriösen Briefumschlag überreicht, der für ihren Bruder bestimmt ist und der die Romanhandlung zündet, erklärt der Rezensent. Der Autor folgt dann mehreren Figuren durch das New York der Siebziger und lässt ihre Geschichten schließlich grandios in der Nacht des legendären Stromausfalls vom 13. Juli 1977 kulminieren, verrät Stein. Hochfinanz und altes Geld, Immobilienmagnaten, Punkrocker und Boheme treten auf, und Hallberg hat ein tolles Gespür für die Besonderheiten jedes Milieus, findet der Rezensent. Das Ende hält dann nicht nur eine fulminante Auflösung bereit, es darf sogar wohltuend hoffnungsvoll ausfallen, freut sich Stein.