Herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen. In Deutschland vollzieht sich gegenwärtig eine der größten Veränderung in der Geschichte des Schulwesens. Angestoßen durch das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" der Bundesregierung werden an vielen Orten Ganztagsschulen eingerichtet. Sie sollen eine Antwort geben auf die vielfältigen Herausforderungen und Probleme, vor denen das Bildungswesen nicht erst seit der Veröffentlichung der PISA-Studie im Jahre 2001 steht. Diese Entwicklung nimmt der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen zum Anlass, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die außerordentlich enge Verzahnung schulischer und familialer Bildungsprozesse und den grundlegenden Beitrag, den die Familie zu den Bildungsprozessen leistet, zu lenken. Es geht in diesem Buch darum, die denkbare Vielzahl und Vielfalt möglicher Folgen der Ganztagsschule aufzuzeigen und darüber nachzudenken, unter welchen Bedingungen sie (für Eltern und/oder Kinder und/oder die Gesellschaft als Ganzes) einen Gewinn darstellen kann, unter welchen Bedingungen sie mit Verlusten verknüpft ist und was sich aus solchen Überlegungen für die Gestaltung von Ganztagsschulen ergibt.
Dieses Gutachten in Buchform ist aus Sicht von Rezensentin Elisabeth von Thadden nicht nur "hochinformativ" und "überraschend". Würde es umgesetzt, käme das auch einem historischen Umbruch gleich. Das Buch, für das im Auftrag des Familienministeriums ein Gremium aus Pädagogen, Volkswirten, Juristen, Theologen, Soziologen und Bildungsforschern verantwortlich zeichne, spreche sich eindeutig für den Ausbau der Ganztagsschule aus. Und zwar für eine, die Schule insgesamt qualitativ besser gestalten soll. Das schmale Buch findet die Rezensentin so lesenswert, weil es einerseits einen Überblick über die Schulsituation in den europäischen Nachbarländern gibt. Und zweitens nicht in den Pisa-Schock verfällt und versucht, diese Modelle zu imitieren. Stattdessen werde ein deutschen Erfordernissen entsprechendes Modell umrissen. Im Mittelpunkt der Überlegungen sieht die Rezensentin dabei Bedürfnisse von Kindern und Eltern stehen - ein Zusammenhang, in dem ihr das Gutachten viel Wissenswertes über die kaum repräsentativ erforschte Familie vermittelt.
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