Die Urgeschichtsforscherin Marie E. P. König (1899-1988) hat die Auffassung der etablierten Wissenschaft widerlegt, die eiszeitliche Kunst sei Ausdruck von Jagdzauber und Fruchtbarkeitsmagie. Aus den künstlerischen Hinterlassenschaften der Urmenschen schloß sie vielmehr auf deren Bemühen, sich in Raum und Zeit zu orientieren und ihr Weltbild in Symbolen zu fassen. Meixner stützt sich in dieser Biographie auf ihren nachgelassenen Briefwechsel und Gespräche mit WeggefährtInnen und ZeitzeugInnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2000
Marie König hat eine solche Biografie nicht verdient, findet Sonja Zekri. König habe sich nicht nur stets dagegen gewehrt, dass ihre ?Erkenntnisse zum Beweis für das Ur-Matriarchat? umgedeutet werden. Auch der (Selbst-) Ironie der Forscherin wird die Autorin hier nicht annähernd gerecht, wie Zekri feststellt. Diese Biografie zeige vielmehr Anzeichen einer Heiligenverehrung, bei der Meixners Anstrengungen, Marie König in ungetrübt strahlendem Licht erscheinen zu lassen, stets im Vordergrund stehen. Nicht, dass die Rezensentin Königs Verdienste selbst anzweifelt. Ihr gefällt jedoch der unterwürfige Stil nicht, mit dem sich die Autorin Marie König nähert. Regelrecht genervt zeigt sich die Rezensentin da, wo Meixner auf das scheinbar so idyllische Privatleben Königs eingeht. Vom Schnellkochtopf bis zur Gartenparty ist da die Rede: ?Marie König schenkt als Doris Day der Urgeschichte Kaffee aus?, wie die Rezensentin mit spitzer Feder anmerkt.
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