Friedrich Prinz

Von Konstantin zu Karl dem Großen

Entfaltung und Wandel Europas
Cover: Von Konstantin zu Karl dem Großen
Artemis und Winkler Verlag, Düsseldorf 2000
ISBN 9783538071124
Gebunden, 636 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Friedrich Prinz zieht die Summe seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit der grundlegenden Epoche des fünfhundertjährigen Zeitraums von der Christianisierung des Römischen Reiches unter Konstantin dem Großen (nach 300) bis zum Kaisertum Karls des Großen (800). Er präsentiert das große Werk über ein halbes Jahrtausend, dessen Bedeutung für das Werden Europas, die "Europäisierung Europas", gar nicht überschätzt werden kann und das hier erstmals in universeller Weise dargestellt und in seiner Bedeutung bis in die letzten Nuancen ausgelotet und ausgeleuchtet wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001

Schwierig, schwierig, was der Autor sich da vorgenommen hat. Kurt Oesterle scheint fast Mitleid zu haben. Allein es ist nur Bewunderung, die sich da äußert. Wie souverän und mit welcher Freude in diesem Buch die "Inkubationszeit" Europas, "die Pubertät eines Kontinents" von der Spätantike bis zum frühen Mittelalter, dieser schier "unüberschaubare Stoff", verhandelt wird - Oesterle staunt nur. Staunt über das Packende dieses Vortrags "fern aller Terminologien" und ein lebendiges Panorama von Geschichten, das von politischen Entwicklungen ebenso erzählt wie von wirtschaftlichen, kirchlich-religiösen und kulturhistorischen. Und dann, findet Oesterle, gibt es hier auch eine Kontinuität zu besichtigen, die uns angeht, uns unterm blau-goldnen Sternenbanner, uns im Zeichen des Euro.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2001

In einer sehr inhaltsreichen Rezension zeigt sich Manfred Fuhrmann summa summarum begeistert von diesem Band. Zwar vermisst er ein "chronologisches Gerüst", das dem nicht fachkundigen Leser die Orientierung erleichtern könnte. Doch insgesamt wird der Rezensent nicht müde, die Vorzüge dieser Studie anzupreisen. So lobt er etwa die profunde Fachkenntnis des Autors, der als Mediävist die Spätantike unter einem sehr zukunftsorientierten Blick beleuchte und damit auch dem fachkundigen Leser zu recht ungewöhnlichen Einsichten verhelfe: So etwa bei der Darstellung der Kontraste, die durch den Einfluss des Islam auf Europa einerseits, und durch Byzanz andererseits, zu verblüffenden Ergebnissen komme oder auch dort, wo Prinz die Voraussetzungen von "volkssprachlicher Literatur in England, Deutschland und den romanischen Gebieten" anschaulich erläutere. Überhaupt liegt nach Fuhrmann eine der besonderen Stärken des Buchs nicht nur im inhaltlichen Facettenreichtum und in den ungewöhnlichen Schnittstellen, die der Autor aufzeigt, sondern auch in der angenehm zu lesenden "freien, essayartigen Form der Darstellung".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2001

Ein "eigenwilliges Patchwork von Einzelstudien", urteilt Matthias Grässlin über das historische Mammutwerk von Friedrich Prinz. Sehr ausführlich und kenntnisreich - mitunter aber für den sterblichen Leser ausgesprochen unverständlich - erörtert der Rezensent die zentralen Ergebnisse der Studie. Selbst thematisch nicht unbeschlagen, äußert Grässlin reichlich Kritik am Werk. Gerne hätte er mehr über den Ursprung und den Charakter des insularen Christentums erfahren. Und einige wesentliche Quellen zur näheren Erläuterung der Selbstinterpretation des Menschen in Religion, Mythos, Hagiographie und Literatur habe der Autor leider unberücksichtigt gelassen. Der Autor hätte seine Ausführungen nach Grässlin zudem deutlich straffen und systematischer darlegen können. Einige Ausführungen findet der Rezensent deplaziert, andere eklektisch oder "allusiv" - übersetzt: in Andeutungen über die Vergangenheit verharrend. Trotzdem bietet die Untersuchung viele originelle Einsichten und sei eine interessante Lektüre, lautet das Fazit des Rezensenten.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.12.2000

Es hat nicht alles so kommen müssen: Zuweilen tun sich Wegscheiden auf, wenn man Vergessenes wieder zum Bewusstsein bringt. Das gelingt nach Meinung von Norbert H. Ott dem Münchner Historiker Friedrich Prinz, wenn er den Weg des Christentums mit einer Alternative beginnen lässt: Der philosophisch "hoch gebildete Heide Symachus" schlug dem 14-jährigen Kaiser Konstantin ein Mit- bzw. Nebeneinander von Christentum und antikem Götterhimmel vor: Konkret gestritten wurde um das Fortleben der Victoria. Aber der Mailänder Bischof Ambrosius schoss mächtig dagegen und das Christentum wurde religio absoluta. Wie es weiterging, und zwar politisch, gesellschaftlich und kulturell, beschreibt Prinz "eindruckvoll", "souverän und kritisch, höchst verlässlich im Detail, dabei aber mutig die Grenzzäune des eigenen Fachs übersteigend", so Ott, für den es sich schlicht um eine "große Darstellung" handelt. Des Lobs noch nicht genug: Sollte sie tatsächlich, wie Prinz behauptet, "essayistisch" sein, hätte er damit eine "überzeugende, wenn nicht die Form der Geschichtsschreibung für unsere Gegenwart" gefunden.
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