Der 8. November 1987 war ein Schicksalstag im Leben von Freya Klier. Es war der Tag, an dem die Stasi versuchte, sie und ihren Mann Stephan Krawczyk zu ermorden. Jahrzehnte nach diesem Vorfall trat ihr ehemaliger Vernehmer aus der Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen mit beiden in Kontakt und bestätigte den Verdacht, den sie schon lange gehegt hatten. Doch sie waren kein Einzelfall. In diesem Buch lässt Freya Klier viele Zeitzeugen und Betroffene zu Wort kommen, die ein bislang totgeschwiegenes Kapitel der DDR-Geschichte beleuchten: die systematischen Mordversuche eines Staates an unliebsam gewordenen Bürgern. Nicht zuletzt der Fall Nawalny zeigt, wie lebendig dieser Fortbestand in manchen postsozialistischen Ländern noch heute ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2021
Rezensent Hermann Wentker stellt fest, dass Freya Klier in ihrem Buch über mögliche Stasi-Morde an Oppositionellen öfters abschweift. Auch scheint ihm die Autorin mitunter übers Ziel hinauszuschießen, etwa wenn sie von einem "suizidalen Klima" in der DDR spricht. Die aufgeführten Verdachtsfälle, mysteriöse Selbstmorde in Bautzen, versuchte Giftmorde, Unfälle, darunter auch ein Autounfall, den die Autorin zusammen mit Stephan Krawczyk selbst erlebte, stimmen Wentker dennoch nachdenklich. Dass Klier bei ihren Überlegungen vorliegende Expertisen zu Vergiftungsversuchen durch die Stasi nicht berücksichtigt, findet Wentker bedauerlich.
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