Fredrik Sjöberg

Die Kunst zu fliehen

Vom Glück sich in kleine Dinge zu versenken und große Kontinente zu entdecken
Cover: Die Kunst zu fliehen
Galiani Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783869710563
Gebunden, 201 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Paul Berf. Fredrik Sjöberg stöbert im Leben des Aquarellmalers Gunnar Widforss und öffnet uns die Augen für die Schönheit des Abseitigen. Was haben der Puzzlerausch zur Wirtschaftskrise, der Kaugummi-Magnat Wrigley und die Idee der Kameltruppen gemeinsam? Im Grunde gar nichts. Außer dass sie in die Kategorie des bezaubernd Abseitigen fallen, von dem der neugierige Forscher und Sammler Fredrik Sjöberg magisch angezogen wird. In diesem Fall findet er solche und andere kuriose Geschichten am Wegesrand einer Reise auf den Spuren des 1934 verstorbenen schwedischen Aquarellmalers Gunnar Widforss.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2012

Nach "Die Fliegenfalle" oder "Der Rosinenkönig" ist Elsemarie Maletzke dem schwedischen Autor Fredrik Sjöberg sehr bereitwillig zu einer neuen biografischen Passion gefolgt, diesmal auf die Spurensuche des Künstlers Gunnar Mauritz Widforss. Die kunstvolle Leichtigkeit seiner Erzählweise verführt die Rezensentin nicht nur dazu, sich für einen Maler zu interessieren, für den sie sich sonst wohl nie begeistert hätte, sie lässt sich auch gerne auf allerlei erzählerische Nebengleise locken, die der Autor von der "Kamelbranche" über den Kaugummihersteller Wrigley bis zum "Schleimpilzkäfer" in ungehemmter Fabulierlust entfaltet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.05.2012

Was für ein Buch ist das eigentlich? Ein Essay? Ein Tagebuch? Egal, jedenfalls ein gutes, versichert Ulrich Seidler, der den Autor zunächst als "Schwebfliegenforscher" vorstellt. Das ist er tatsächlich, hat auf seiner schwedischen Insel 209 verschiedene Arten davon gesammelt, die er dann auf der Kunstbiennale in Venedig präsentierte, was ihn zu Reflexionen über den Kunstbetrieb anregte und von dort zum schwedischen Landschaftsmaler Gunnar Widforss führt, und von dort zum Grand Canyon - und so weiter... Es scheint sich um eine Kunst der Assoziation zu handeln, die hier ausgebreitet wird, und die, wie Seidler versichert, durchaus Versenkung voraussetzt, zumindest beim Autor. Der Leser fühlt sich nach Seidler jedenfalls bestens belehrt und unterhalten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012

Was bei Fredrik Sjöberg einmal richtig gut geklappt hat, nämlich einen schwedischen exzentrischen Auswanderer des 19. Jahrhunderts mit den eigenen Marotten parallel zu führen, wird im zweiten Versuch zur wenig überzeugenden Masche, meint Burkhard Müller. Was der Rezensenten in "Der Rosinenkönig", einem Buch über den schwedischen Auswanderer Gustav Eisen, noch sehr charmant fand, wirkt auf ihn hier nur noch bemüht und kalkuliert. Der Autor forscht auch hier einem schwedischen Auswanderer des vorvorigen Jahrhunderts nach, dem Landschaftsmaler Gunnar Wildforss, lässt Müller wissen. Der mit wenig bemerkenswerten Zügen ausgestattete Maler wird in Sjöbergs Nachforschungen nicht greifbar, seine plaudernden Reflexionen und persönlichen Einwürfe wirken hier nur noch nervig, beklagt der Rezensent, der befürchtet, dass der schwedische Autor aus diesem Sujet eine Serie machen könnte.

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