Er sah gut aus, und er kämpfte - oder glaubte zu kämpfen - für das Gute. Heute ist er auf Plattenhüllen, T-Shirts und Snowboards abgebildet, eine Ikone der Jugend. War er wirklich "der vollkommenste Mensch unserer Zeit", wie Jean-Paul Sartre ihn nannte?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.03.2000
Gleich am Anfang teilt Jürgen Stahlberg mit, dass er den Autor oberlehrerhaft findet. Dessen Beteuerung, er sei gegen Gewalt, zeige außerdem nur, wie "überfordert" er mit einer Gestalt wie Che Guevara ist, dessen Biografie er hier für Jugendliche vorlegt. Denn die Frage der Gewalt sei nun mal, so der Rezensent, "zentral in Ches Leben". So hat der Autor auch einige Spuren nicht genügend verfolgen können - die Raketenstationierung auf Kuba, die Zwangslager -, die ihm auf politisch und psychologisch interessante Fährten hätten setzen können. Stahlberg entwirft dann seine Sicht der Dinge, indem er sich die Psychologie des "schwer asthmakranken" Revolutionärs vornimmt: hier sieht er Begründungszusammenhänge, die für ihn den "eisernen Willen" und die "Selbstsuggestion" Che Guevaras erklären können. Zwar lobt er, dass Ches Biografie in die "treffliche Biografie-Reihe" des Beltz-Verlages aufgenommen wurde, bedauert aber, dass das "heiße Eisen" Che hier "kaltgemacht" wurde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Zwar biete das Buch keine Überraschungen, meint Andreas Metzner, dafür lobt er die Detailtreue und die Farbigkeit dieser neuen Biografie über Che Guevara. Besonders hebt Metzner das Einfügen von 27 Legenden in den Haupttext hervor. Denn obwohl der Wahrheitsgehalt dieser Legenden da und dort bezweifelt werden muss, so helfen diese, wie Metzner findet, Guevara aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten "und sich ein eigenes Bild zu machen". Darüber hinaus hebt der Rezensent die Passagen des Buches hervor, in der es um die frühe Prägung des Jugendlichen Che Guevara geht, der ja ursprünglich aus gut situierter Familie stammte.
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