Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Mit Ironie und doch auch Bewunderung spricht Wolfgang Pehnt über Frederic J. Schwartz` "Interpretationskünste". Er bringe nicht nur einen "enormen Wissensvorrat" mit, sondern schaffe es auch noch, in dem Kölner Werkbundstreit von 1914 die Fronten umzukehren. In bisherigen Geschichten dieser Ur-Institution des modernen Designs standen die Anhänger der "Typenbildung" auf der Seite des historischen Fortschritts, bei Schwartz seien es ganz im Gegenteil die Verteidiger des "freien Künstlers". Denn die ersten seien noch der Sphäre der Produktion, also der Dinge, verhaftet, die zweiten hätten die Herrschaft der Zeichen in der Postmoderne begriffen. Schwartz jongliere mit Begriffen, und manchmal fielen sie ihm dabei auch zu Boden. Aber ihr Eintrittsgeld sei diese "Hochseilartistik auf beschränktem Terrain" allemal wert.
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