Frederic Ciriez

Auf den Straßen von Paris

Roman
Cover: Auf den Straßen von Paris
Edition Tiamat, Berlin 2015
ISBN 9783893201921
Broschiert, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hansgeorg Hermann. Tagsüber ist er Müllmann, nachts "Sapeur" - ein Mann aus dem Kongo in Dandy-Klamotten. Von morgens bis zum Sonnenuntergang lenkt er seine stinkende Fracht durch das Straßengewirr des 10. Pariser Arrondisments, die Bistro-Tischchen streifend, an denen die Bobos hocken, die Bourgeois Bohèmiens, und fünf Euro teuren Milchkaffee schlürfen. Danach zieht er sich um, für die Parade im gemieteten Rolls Royce - "Sape", die heißeste Kluft zwischen Nordpol und Kapstadt: Blazer in "elektrisch-grünem Kroko", knallenge gelbe Hose, kurze Krawatte in Eidechsen-Muster, silbern. Das Altarbild eines flämischen Meisters in grellem Neon. Im Zentrum der Stenz, ihm zur Linken ein depressiver Gewerkschafter am Vorabend des 1. Mai, zu seiner Rechten eine asiatische Straßenverkäuferin auf Rollschuhen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2015

Von erheblicher Brisanz sei Frédéric Ciriez' zweiter Roman, schreibt Thorsten Glotzmann und verweist darauf, dass die Theaterfassung des Stoffs inzwischen auf vielen Bühnen Frankreichs gespielt werde. Ein Gewerkschafter, eine Straßenverkäuferin und ein kongolesischer Dandy stünden im Zentrum des Buchs, das nach Ansicht des Kritikers von sozialer Kälte erzählt sowie von dem Graben, der sich durch die französische Gesellschaft zieht. Das hier gezeigte Paris mit seinen rauen Banlieues sei gnadenlos, findet Glotzmann, und habe für die Helden vor allem Erniedrigungen übrig. Den Roman selbst hält der Rezensent für ein "poetisches, sprachlich fast überambitioniertes Werk", wobei ihm in der deutschen Übersetzung viele Tipp- und Rechtschreibfehler aufgefallen sind. Letztlich, so Glotzmann, würden diese aber gut zu den "Unvollkommenheiten" passen, die das Paris und die drei Helden dieses Romans in seinen Augen ausmachen.
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