Fred Pearce

Wenn die Flüsse versiegen

Cover: Wenn die Flüsse versiegen
Antje Kunstmann Verlag, München 2007
ISBN 9783888974717
Gebunden, 360 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gabriele Gockel und Barbara Steckhahn. Selbst wer zu Hause Wasser spart, weiß selten, wieviel "virtuelles Wasser" er tatsächlich verbraucht: 5.000 Liter Wasser sind nötig, um ein Kilo Reis zu erzeugen, 11.000 Liter für das Rindfleisch eines Hamburgers, 20.000 Liter stecken in 1 Kilo Kaffeepulver. Es ist bekannt, dass gigantische Bewässerungsprojekte eine enorme ökologische und ökonomische Verschwendung darstellen. Ohne Öl können wir zur Not leben, ohne Wasser sicher nicht. So werden möglicherweise Kriege um Wasserressourcen die zukünftige Weltpolitik prägen. Fred Pearces Berichte lesen sich wie Kriminalgeschichten und geben zugleich einen umfassenden Überblick über die Wasserkrise und ihre Auswirkungen. Nach der "grünen Revolution" der 70er Jahre, mit der eine wachsende Weltbevölkerung vor dem Hunger bewahrt werden sollte, ist nun eine "blaue Revolution" nötig, um unser wichtigstes Lebens-Mittel, das Wasser, zu retten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2007

Zutiefst besorgniserregend scheinen Rezensentin Julia Voss die Befunde, die der englische Umweltjournalist Fred Pearce zur Situation des Süßwassers vorträgt. Dabei kommt das Buch offenbar keineswegs hysterisch-alarmistisch daher: Voss lobt den nüchternen, bedächtigen Ton, in dem der Autor das Versiegen von Flüssen und Seen, den sinkenden Grundwasserspiegel, die zunehmende Versalzung von Binnenmeeren und die Folgen für die Menschen schildert. Besonders der Bericht über die Austrocknung des Aralsees und die Bildung riesiger Salzsümpfe hat sie erschüttert. Sie lernt bei Pearce zudem einiges über die Ursachen der katastrophalen Trockenheit, die vor allem im gigantischen Wasserverbrauch und der maßlosen Wasserverschwendung bei der Herstellung von Produkten wie zum Beispiel Baumwolle oder von Lebensmitteln wie Weizen, Fleisch, Milch, Kaffee liegen. Nicht vergessen kann sie nach der Lektüre Pearce' Zahlen über das "virtuelle Wasser", das Wasser also, das zum Beispiel eine Tonne Weizen oder ein Kilo Kaffee zu ihrem Wachstum benötigen. Nur befürworten kann sie daher die Idee des Autors, Herstellungskosten und Wasserbrauch von Produkten auf der Packung anzugeben, um den Anreiz für die Unternehmen zu erhöhen, wassersparende Techniken einzusetzen, die es längst gebe.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.06.2007

Interessant findet Alex Rühle die Studie "Wenn die Flüsse versiegen" des britischen Wissenschaftsjournalisten Fred Pearce. Dieser begibt sich in seinem Buch auf die Spur der versiegenden Süßwasserreserven der Erde. Der nach Pearce unökologische Bau von Staudämmen, der unstillbare Durst der Metropolen und die landwirtschaftliche Wasserverschwendung ließen das Süßwasser verschwinden und sorgten schon jetzt in einigen Regionen zu einer Politik der "hydrologischen Apartheid". Wie der Rezensent zum Beispiel fassunglos nacherzählt, rühmen sich ehemalige Sowjetrepubliken noch immer für ihre überplanmäßige Baumwollproduktion, die nach UN-Angaben zur größten Umweltkatastrophe des 20. Jahrhunderts, dem Austrocknen des Aralsees, führte. Rühle beeindruckt Pearce' Studie besonders durch ihren nüchternen, wissenschaftlichen Tonfall. Im Kontrast dazu treten für ihn die Dramatik des Süßwassermangels sowie die Brisanz der Konflikte, die sich damit heute und morgen verbinden, besonders hervor.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2007

Rezensent Thomas Kluge zeigt sich alarmiert von dem, was der Umweltjournalist Fred Pearce über die sich verschärfende weltweite Krise der Wasserverkommen zusammengetragen hat. Bereits heute zeichnet sich ab, dass sich die Trockenheit in regenarmen Gebieten verstärkt, während regenreiche Regionen mehr Überschwemmungen erleben werden. Bei einer Klimaerwärmung dürften sich die Extreme noch weiter verstärken. Wie der Rezensent erklärt, konzentriert sich Pearce in seiner Darstellung vor allem auf die Flüsse und ihren Anteil am globalen Wasserkreislauf. Mit Erschütterung hat er von Pearce erfahren, dass einige Flüsse wie der Gelbe Fluss in China oder der Jordan nur noch auf den Atlanten ins Meer münden. In der Wirklichkeit sind sie lange vorher versiegt. In der Trockenzeit schaffen es auch der Euphrat, Tigris und Indus nicht mehr bis zu ihrem Delta. Nach Informationen des Rezensenten macht Pearce dafür vor allem die intesive Landwirtschaft verantwortlich, in der Hochertragssorten von Weizen, Mais und Reis unverhältnismäßig viel Wasser verbrauchen. Pearce plädiert nach der Grünen also für eine Blaue Revolutiion, und er kann sich dabei der Unterstützung des Rezensenten Thomas Kluge sicher sein.
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