Franz Brendle (Hg.), Anton Schindling (Hg.)

Religionskriege im Alten Reich und in Alteuropa

Aschendorff Verlag, Münster 2006
ISBN 9783402063637
Kartoniert, 566 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Die säkularisierten westlichen Gesellschaften wurden auf dem Balkan, im Kaukasus sowie im Nahen und Mittleren Osten seit den 1990er Jahren abrupt mit totgeglaubten Phänomenen von Konfessions- und Religionskriegen konfrontiert. Auch in Europa war Kriegserfahrung von zahlreichen Akteuren und Akteursgruppen lange als religiöse Erfahrung gedeutet worden... Die Aufsätze des vorliegenden Sammelbandes versuchen, durch eine vergleichende Betrachtung zu einer Phänomenologie und Typologie der Beziehungen von Konfession und Krieg im Alten Reich und in Alteuropa zu gelangen. Zugrunde liegt eine Tagung, die der Sonderforschungsbereich 437 "Kriegserfahrungen - Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit" an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen im Jahre 2004 durchführte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2007

Die Kategorisierung von Kriegen findet Caspar Hirschi im Prinzip richtig. An der Durchführung in diesem Sammelband aber hat er etwas auszusetzen. Dabei hatte er sich gerade von dem großen zeitlichen und räumlichen Bogen der Untersuchungen Aufschluss über die "wechselhafte Konjuktur" von Religionskriegen versprochen. Den einleitenden Worten der Herausgeber Franz Brendle und Anton Schindling kann Hirschi immerhin noch "erkenntnisleitende Fragen" entnehmen, doch schon ihrer These, wonach Religion als Kriegsgrund im Europa der Vormoderne gerne "dissimuliert" worden sei, hätte er mehr heuristische Verve gewünscht. Die eigentliche Schwäche des Bandes aber besteht für Hirschi darin, dass die Autoren es an einer Trennschärfe mangeln lassen, die Religionskriege von bloßen "religiösen Denk- und Handlungsmustern" unterscheidet, die laut Hirschi in allen Kriegen "eine gewisse Rolle spielen".
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