Wie wurden die französischen Religionskriege (1559-1598) in den Regierungen Italiens und Deutschlands wahrgenommen? Am Beispiel von Savoyen-Piemont und der Kurpfalz geht Cornel Zwierlein dieser Frage im Rahmen der vorliegenden Vergleichs- und Beziehungsgeschichte zur politischen Kommunikation nach. Er vergleicht dazu die Denkrahmen, wie sie sich in den Entscheidungsfindungsprozessen in Italien unter dem Stichwort "discorso" und Deutschland unter dem Stichwort "Lex Dei" manifestierten und weist daran die Osmose zwischen der zeitgenössischen politischen Theorie und der jeweiligen Praxis politischer Entscheidungen nach. Unter dem Stichwort "Europäisierung" betrachtet der Autor schließlich die komplexen Transfer- und Entwicklungsprozesse im Dreieck Frankreich - Italien - Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2007
Patrick Bahners ist begeistert. Cornel Zwierleins Studie zur Entstehung neuer Denkrahmen im 16. Jahrhundert findet er "in jeder Hinsicht imposant". Der vom Autor illustrierte Nachrichtenhandel im Rom jener Zeit erinnert Bahners an die heutige Bloggerszene. Ein weiteres Licht geht dem Rezensenten auf, wenn Zwierlein die "Objektivierung des Selbstverhältnisses" durch den Journalismus im Rom des 16. Jahrhunderts "gegen den Trend der rezeptionshistorischen Forschung" mit dem "Theoriedesign" Machiavellis vergleicht. Vor dem geistigen Auge des Rezensenten entstehen so die "intellektuell-logistischen" Bedingungen des modernen Staates. Ein medienhistorischer Ansatz, den Bahners zu schätzen weiß.
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