Franka Potente

Zehn

Stories
Cover: Zehn
Piper Verlag, München 2010
ISBN 9783492054232
Gebunden, 253 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Was wird, wenn die schwangere Ikuko die Einzige in ihrer Familie ist, die sich eine Tochter wünscht? Warum gibt sich die Witwe Frau Nishki so oft der liebevollen Zubereitung ihres Lachs-Eintopfs hin? Wo endet es, wenn sich Miyu, die heimlich in einem Nachtclub tanzt, in einen schüchternen Polizisten verliebt? In ihren genauen, sensiblen Stories eröffnet uns Franka Potente den Blick auf die japanische Kultur und die Menschen, denen sie dort begegnet ist. Und wenn sie von dem Stolz einer Zeichnerin oder dem peinlichen Missgeschick eines jungen Ehepaars erzählt, lässt sie uns auf bestechende Weise an den Empfindungen und Gedanken ihrer unverwechselbaren Figuren teilhaben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.11.2010

"Die kann schreiben", befindet Thomas Winkler über das Prosadebüt der Schauspielerin Frank Potente: Zehn Kurzgeschichten, für die Potente jedes Mal in die Haut ihrer japanischen Figuren schlüpfe, und dabei offenbar von ihrer Faszination fürs eigene Nichtverstehen des Fremden geleitet werde, wie Winkler meint. Allerdings lesen sich für ihn diese Geschichten, als betrachte er einen Steingarten, der von einem Deutschen gebaut worden sei. Womit er schon beim Hauptmanko dieses Bandes angekommen ist: dass Franka Potente nämlich "mit ihren wunderschönen, einfachen, klaren Sätzen" Menschen erschaffe, deren Emotionalität sich zum wirklichen Gefühlsleben echter Japaner wohl wie Fischbrötchen zu Sushi verhielten. So wünscht sich Winkler von dieser Autorin für nächste Buch ein anderes Sujet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2010

Tobias Rüther hegt durchaus Sympathien für Franka Potente, ganz gelungen findet er ihre japanischen Erzählungen allerdings nicht. Vor allem einen großen Fehler sieht er hier begangen: Potente erklärt zu viel. Anstatt den Zauber, den Japan auf sie auszuüben scheint, einfach wirken zu lassen, erkläre sie ihn, bemüht, so viel wie möglich über das Land zu transportieren. Das kann nicht funktionieren, wie Rüther freundlich, aber sehr deutlich macht. Seiner Meinung nach hätte sie Japan einfach weglassen sollen, dann wären dabei Liebesgeschichten herausgekommen, "die gerade erst anfangen und schon wehtun". Und ein Mehr an Möglichkeiten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2010

Cathrin Kahlweit ist sich fast sicher: Franka Potente kann erzählen. Das sagt ihr nicht nur der Umstand, dass nunmehr bereits das dritte Buch Potentes vorliegt. Potentes schmucklose, adjektivarme Sprache scheint ihr ebenfalls zu gefallen und vor allem: zu passen zu ihrem Sujet. Emotionen und körperliche Nähe nämlich sind hier eher nicht gefragt, dafür ringen vor allem die älteren Japaner, Händler und Hausfrauen mit der Moderne. So bei Potente. Nur eines fragt sich die Rezensentin: Dieses Japan, von dem die kurzen Geschichten erzählen, gibt es das noch, oder sind das Klischees oder Momente eines Traums der Autorin?
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