Frank Goosen

Pokorny lacht

Roman
Cover: Pokorny lacht
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783821809182
Gebunden, 223 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Friedrich Pokorny hat das gnadenlose Talent zum Entertainer. Sein Inneres ist durch einen Schutzwall aus Witzen gegen alle Zumutungen des Lebens geschützt. Nahezu täglich steht er als Entertainer auf der Bühne und verdient bei dem Kampf gegen seine selbstgewählte Einsamkeit auch noch gutes Geld. Ein Brief aus der Vergangenheit reißt die schützenden Dämme ein. Thomas Zacher, Pokornys Freund aus Schul- und Jugendjahren, ist wieder in der Stadt und lädt zum Abendessen ein. Pokorny wird überschwemmt von schmerzhaften Erinnerungen, die vor allem um Ellen kreisen. Sie war die große, die einzige Liebe von Pokorny und Zacher, bis über den Tag hinaus, an dem die beiden sie in den Tod trieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2003

Die Rezensentin Kristina Maidt-Zinke lässt kaum ein gutes Haar an Frank Goosens zweitem Roman, mit dem er für ihre Begriffe den "Genresprung" von der Popliteratur zur "Trivialschmonzette" vollführt hat. Goosens Hauptfigur Pokorny, der vom sensiblen Sonderling zum Kabarettisten aufsteigt, sei nicht nur ein müder Abklatsch des Autors selbst, der Roman schildere darüber hinaus eine Männerfreundschaft, die man sich "als Filmstoff nur in der Schicksalsdramen-Reihe eines Privatsenders" vorstellen kann. Der fürs Leben geschweißte Freundschaftsbund werde auf die harte Probe der Liebe gestellt, denn die Freunde verlieben sich in ein und dieselbe Frau, die dann tragischerweise stirbt. Mit deren Unfalltod ende auch die Freundschaft und erst Jahre später finden sie wieder zueinander, und der eine mache sich an die Frau des anderen, weil sie ihn an die Verstorbene erinnert. "Am Ende", so die Rezensentin, "wünscht man sich gegenseitig alles Gute." All das könne man sich als wunderbar durchtriebene Kabarettnummer vorstellen, "im Ruhrpottdialekt und mit allerlei Abschweifungen", doch hier, meint die Rezensentin, ist alles ernst gemeint und "brav", im Stil von "Lore-Romanen" erzählt. Da helfe nur noch: "Schreiben lernen".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.02.2003

Gerrit Bartels wirkt etwas gespalten, was den neuen Roman von Frank Goosen angeht, und so beinhaltet sein Lob auch immer etwas von dessen Gegenteil. Der Roman sei angenehm zu lesen, weil leicht geschrieben, allerdings etwas zu leicht. Er sei "flott geschrieben", dies aber auch gleich "bis zur Schmerzgrenze". Es sei ein Buch, in dem sich jeder Mann zwischen 30 und 40 wiederfinden könne (und zudem jede Frau ihren Mann dieses Alters), wodurch ihm allerdings auch etwas von einer Männerillustrierten anhafte. Sicher verstehe Goosen sein Handwerk, räumt der Rezensent ein, er könne sowohl verschiedene Milieus als auch die Probleme einer Männerfreundschaft darstellen, aber er lehne sich doch etwas zu sehr an das Erfolgsrezept seines letzten Romans an, wodurch das Ganze etwas "hölzern" wirke. Zudem sei der zweite Teil des Buches vom überbordenden Bestreben des Kabarettisten Goosen geprägt, eine Pointe die nächste jagen zu lassen. Zu viel ist zu viel, scheint der Rezensent seinem Leser verstehen zu geben.
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