Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke. Frankreich, im Mai 1981: Tausende liegen sich auf der Place de la Bastille in den Armen, der Wahlsieg von François Mitterrand versetzt die Nation in Aufbruchstimmung. Der siebzehnjährige Rodolphe feiert mit, er sieht seine Zukunft in der Politik, hier möchte er seine Ideale verwirklichen. Auch seine Freunde Paul, Benoît und Tanguy haben große Pläne, das ganze Leben liegt vor ihnen. Als sie sich Jahre später treffen, hat Rodolphe es ins Parlament geschafft, eine kluge Frau, einen einflussreichen Schwiegervater. Doch wie seine drei Freunde hat er Opfer gebracht, um sein Ziel zu erreichen - war der Preis zu hoch? Was ist übrig von den Träumen ihrer Jugend? François Roux erzählt von der Suche nach dem Glück eines jeden einzelnen von uns und entwirft dabei das Panorama einer französischen Republik, die das Bild unserer westlichen Gesellschaft ist.
Tilmann Krause findet es fesselnd, wie François Roux in diesem Roman Frankreichs Selbstbezüglichkeit, die Kritik daran und die Liebe dazu unter einen Hut bringt. Mitreißend, in sozialen Analysen und mit psychologischer Durchdringung der Figuren zeichnet ihm der Autor ein Bild der französischen Gesellschaft und ein Generationenporträt. Dramaturgisch geschickt und eines Balzac würdig findet Krause die Anlage des Textes über den Werdegang von vier jungen Männern der Génération Mitterrand, die aus der bretonischen Provinz nach Paris kommen und deren Schicksal der Autor bis 2012 verfolgt. Wie Roux den Verlust der individuellen Hoffnungen mit dem Niedergang des Landes verknüpft, scheint Krause plausibel. Dass sich Roux anders als andere französische Gegewartskritiker beim Kulturpessimismus zurückhält und stattdessen den Materialismus kritisiert, nicht thesenartig flach, sondern indem er detailliert Lebenswelten betrachtet, dankt Krause dem Autor.
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