Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek. Unter ihrem unauffälligen Erscheinungsbild offenbart sich die Weisheit bei François Jullien als ein Anderes der Philosophie, das tückischer ist als die Sophistik oder die Theologie, ihre traditionellen Gegenspielerinnen. Die Weisheit ist im Grunde beunruhigender, ihre Anti-Philosophie virulenter: auf Wahrheit, sagt sie, kann man verzichten, denn Übereinstimmung genügt; über die Dinge gibt es nichts zu sagen, denn das Reden blockiert nur deren geregelten Lauf; vor allem aber muss man sich vor Ideen hüten, denn sie fixieren und kodifizieren unser Denken, beschränken unseren Handlungsspielraum. In Europa gibt es nur ein paar verstreute Bruchstücke der Weisheit: Pyrrhon, die Stoiker, Montaigne. In China dagegen, wo kein Gebäude der Ontologie errichtet wurde, ist die Weisheit der "Weg".
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…