Florjan Lipus

Seelenruhig

Cover: Seelenruhig
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2017
ISBN 9783990270998
Gebunden, 112 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Johan Strutz. Auf hundert Seiten bringt Florjan Lipuš nicht nur ein ganzes Leben, sondern vor allem das Leben als Ganzes unter: von den ersten Wahrnehmungen, den Nöten des Aufwachsens und den Schwierigkeiten, sich in der Welt der anderen zurechtzufinden, über die ersten Glücksmomente der Begierde und der Liebe bis zu dem letzten Blick der Augen auf eine Welt, die man, auch wenn sie nicht immer verlockend ist, doch nur ungern verließe. Der Autor berichtet seine Biografie vom Aufwachsen in bäuerlicher Umgebung, in einer Familie, die von den Entsetzlichkeiten der Geschichte nicht verschont wurde. Ebenso erzählt er vom Aufwachen unter den verstohlenen Blicken einer Jungen, mit der er noch als Alter das Leben teilt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2017

Florian Lipus, der aus Österreich stammende, auf slowenisch publizierende Autor, der 1964 mit seinem Debütroman "Der Zögling Tjaz" bekannt wurde, arbeitet gerne mit Wiederholungen, erkennt Rezensent Jörg Plath, und zwar sowohl im Kleinen als auch im Großen. Das Kleine, erklärt Plath, das sind die einzelnen Sätze und Absätze seiner Romane, in denen immer wieder die selben Wörter und Redensarten auftauchen, jedoch in unterschiedlichen Kontexten, mit unterschiedlichen Bedeutungen, wodurch ein packender Leserhythmus entsteht, dem man sich schwer entziehen kann. Das Große sind seine Romane, in denen Motive aus dem Leben des Autors immer wieder auftauchen jedoch aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, sodass, wenn man Plath recht versteht, keine Langeweile aufkommen kann. Auch "Seelenruhig" ist ein dringendes und drängendes "Selbstgespräch um Lust und Leid eines Lebens", in dem schöne, mehr schmerzliche Erinnerungen wachgerufen werden und Hoffnung immer wieder aufglüht, so der einmal mehr überzeugte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2017

Rezensentin Lerke von Saalfeld nimmt die schmale Erzählung von Florian Lipus als Altersrückblick eines Unbeugsamen, der sein Leben in den Karawanken Revue passieren lässt. Dass bei diesem Autor alles um die slowenische Sprache, die Ermordung der Mutter durch die Nazis und ein von der Erinnerung geprägtes Dasein geht, weiß Saalfeld aus früheren Texten. Die vorliegende Lebensbetrachtung fügt dem laut Rezensent einige Geheimnisse und Wunderlichkeiten hinzu, die dem Protagonisten widerfahren. Bedrohung und erinnerte Pein, aber auch Momente der Liebe scheinen auf, so Saalfeld, und über allem strahlt die "poetische Zauberkraft" des Autors, feinfühlig übertragen von Johann Strutz, lobt der Rezensent.
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