Peter Truschner

Schlangenkind

Roman
Cover: Schlangenkind
Zsolnay Verlag, Wien 2001
ISBN 9783552051768
Gebunden, 175 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

In seinem Debütroman erzählt Peter Truschner vom Heranwachsen in der Hölle der Provinz - eine Geschichte vom Weg ins Freie, die die "Knoten der Erinnerung" nicht zerschlägt, sondern sie in einer teils drastischen, teils zarten Sprache auflöst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2002

Eva Menasse ist tief beeindruckt von diesem Debütroman, obwohl sie zunächst darauf hinweist, dass das Feld der österreichischen Kindheitsbeschreibungen ja wohl zur Genüge beackert worden sein dürfte. Doch dieser Roman ist anders als die typische "Anti-Heimat-Literatur" und deshalb auch gar nicht anachronistisch, schwärmt die Rezensentin. Sie spricht dem österreichischen Autor ein herausragendes Talent zu und zeigt sich vor allem von seiner kraftvollen, bildreichen Sprache begeistert. Doch sie räumt ein, dass der Bilderreichtum auch seine Risiken birgt. Ein Computerprogramm, das die Hälfte der plakativen Vergleiche aus dem Text herausgenommen hätte, wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. In ihrer Begeisterung lässt sich die Rezensentin davon aber nicht bremsen, denn diese Hypertrophie an Bildern, die nicht immer ganz gelungen sind, wird ihrer Ansicht nach durch die "analytische Schärfe" und die ironische Erzählerdistanz allemal wieder aufgewogen. Was sie allerdings schade findet ist, dass der Autor noch nicht den Stoff gefunden hat, an dem er sein Talent auch richtig beweisen kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001

In Deutschland möge es ja vielleicht unter den jungen Literaten eine "Generation Golf" geben, spottet Jandl, in Kärnten gebe es nicht mal einen Traktor. Armut ist ein bestimmendes Moment in dieser Erzählung einer Kindheit in einem österreichischen Dorf, wo das soziale Elend neben der familiären Qual steht. Exerzitien der Einsamkeit, schwellende Sexualität, leise wucherndes Unglück, Abhängigkeiten, aus diesen Mustern sei die unglückliche Kindheit von Truschners Protagonisten gestrickt. Glaubwürdig findet Jandl das Buch allemal, das in dem Sinne nichts Neues vom Lande zu berichten habe, was wir uns nicht schon immer so vorgestellt hätten. Allerdings sieht er verbale Kraftmeierei gegen die subtile Beobachtungsgabe des Autors stehen: der Wettkampf geht seines Erachtens 1 : 0 für den Autor aus.