Die Geschichte des rechten Terrors in Deutschland begann nicht mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten, sondern mit einer Verschwörung gegen die deutsche Demokratie und einer blutigen Mordserie vor genau 100 Jahren. Die Täter in der frühen Weimarer Republik hatten schon die gleichen Motive, Ressentiments und Ziele wie die Rechtsterroristen von heute. Ihre tödliche Entschlossenheit beruhte auf Milieus und Gefühlswelten, auf Strukturen und Netzwerken, die überall wieder möglich und nie ganz verschwunden sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2021
Rezensent Alexander Haneke schätzt an Florian Hubers Buch vor allem den lebendigen Blick zurück auf den Rechtsterrorismus in der Weimarer Zeit, auf den Mord an Walther Rathenau, die Attentäter Heinrich Tillessen und Hermann Ehrhardt sowie ihre Sozialisation und Ideologie. Weniger überzeugend findet Haneke den Versuch des Autors, eine "Linie ins Jetzt" zu ziehen, indem er Parallelen sucht zur AfD, zum Mord an Walter Lübcke und zu rechten Tätern wie Anders Breivik und dem NSU-Trio. Einen Mehrwert kann Haneke darin nicht erkennen, auch wenn er Kontinuitäten erkennt. Der ostdeutschen Geschichte des NSU-Terrors etwa wird das laut Rezensent nicht gerecht, und der "Verlierer-Topos", den Huber als Erklärung heranzieht, scheint Haneke auch zu kurz zu greifen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.10.2020
Für Rezensentin Susanne Billig will Florian Huber mit seinem Buch über die politischen Morde zu Beginn der Weimarer Republik zu viel und liefert zu wenig. Thematisch interessant findet Billig das Buch gleichwohl, etwa, wenn der Autor daran erinnert, dass der Rechtsterror in Deutschland eine lange Geschichte hat, angefangen mit Hermann Erhardts "Organisation Consul" und ihren Morden an Spitzenpolitikern. Wie Huber Beweggründe des Terrors erfasst und Walther Rathenau als dessen Opfer vorstellt, überzeugt Billig jedoch nicht ganz, zu groß die Geste, zu wortverliebt der Stil, findet sie. Außerdem psychologisiert ihr der Autor zu sehr und vernachlässigt darüber das Politische. Dass der Autor Erhardt mit Björn Höcke und Anders Breivik in Zusammenhang bringt, findet Billig kurios.
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