Finn Skarderud

Unruhe

Eine Reise in das Selbst
Rogner und Bernhard Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783807702124
Gebunden, 437 Seiten, 19,94 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Kerstin Hartmann. Der norwegische Psychiater Finn Skarderud hat ein Buch über die Unruhe des modernen Menschen geschrieben, das in Skandinavien sofort zum Bestseller wurde. Es handelt von den verschiedenen Formen der heutigen Unruhe, der des Körpers und der Seele oder einfach von der Unruhe der Menschen in ihren Beziehungen zu- und geneinander. Diese Unruhe ist das Grundthema seiner Erzählungen, Berichte und Betrachtungen. Das Spektrum ist breit gefächert: Skarderud beschreibt radikale Körperpraktiken und macht sich Gedanken über den Nutzen des Krankseins. Das Buch enthält Reisebeschreibungen, Analysen über Franz Kafka und Thomas Bernhard, über Bilder und Filme, ein Interview mit einem kalifornischen Fakir und Piercing-Experten und eine Analyse der Erziehung der Erwachsenen durch die Kinder. Dem Orgasmus, als einem der letzten legitimen Räume für ekstatische Erfahrungen in unserem Kulturkreis, widmet er unter dem Titel "Der Jahrhundertfick" ein eigenes Kapitel. Das Buch schließt mit einem "Nachwort über die Liebe".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2001

Glaubt man Bernd Mattheus, so umfassen die Impressionen, Reisenotizen und Literaturstudien dieses norwegischen Psychoanalytikers ein breites Themenspektrum: von der Anorexie, über die Mode der Tätowierungen und Extremsportarten bis hin zu psychoanalytischen Deutungen der Werke von Thomas Bernhard, Franz Kafka oder Fernando Pessoa. Gerade letztere stoßen allerdings auf Mattheus` Skepsis. Ihm scheinen Deutungen von Kunstwerken als bloße Sublimierung, Verdrängungsleistung oder Bewältigung psychischer Probleme grundsätzlich zu missfallen, und so sieht er auch in Skarderuds Auslassungen über Literatur "Reduktionen", die den Besonderheiten der Werke, von denen sie handeln, in keinster Weise gerecht würden. Dennoch will Mattheus das Buch nicht einfach verreißen. Sympathie bekundet er zum Beispiel für die Fallgeschichten, die Skarderud aus seiner psychoanalytischen Praxis erzählt - nur geht der Rezensent auf diese Geschichten gar nicht näher ein.
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