"Fifa-Mafia" erzählt von schmutzigen Wahlkämpfen, schmutzigen WM-Vergaben, den hilflosen Sponsoren und der teils manipulativen, teils opportunistischen Politik. Der Weltfußball als ein einziger, gigantischer Interessenskonflikt. Thomas Kistner, Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung, berichtet seit mehr als zwanzig Jahren über die kriminellen Machenschaften im und um das Milliardenunternehmen Fifa. Sein Buch ist die Summe dieser Recherche, ein gedruckter Indizienprozess. Thomas Kistner macht bislang unbekannte Seiten des Weltfußballs und seines Verbandes öffentlich, wie den Verlust des Bälle-Symbols der Fifa, die besondere Vernetzung dieses Verbandes nach Schweizer Vereinsrecht mit Interpol und Security-Firmen und die Entstehung eines neuen global ausgerichteten Sport-Sicherheitsdienstes in Katar. Kistner schildert erstmals die Jagd auf korrupte WM-Bewerber durch gescheiterte Konkurrenten, er berichtet von FBI-Ermittlungen rund um den Fußball und die Wettspielszene, von der Jagd auf eine CD mit sensiblen Bankdaten von hohen Fußballvertretern.
Thomas Kistners investigativer Bericht über die "Fifa Mafia" ist "weniger ein Fußballbuch als ein Wirtschaftskrimi", stellt Christof Siemes fest. Gefesselt folgt der Rezensent den auf über 400 Seiten schonungslos offengelegten Verstrickungen des Weltfußballverbands mit Politik, Wirtschaft und sogar Interpol. So gelinge es Kistner beispielsweise glaubhaft, ein Waffengeschäft zwischen der Bundesregierung und Saudi-Arabien mit der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland in Verbindung zu setzen. Dass sich die schlimmsten Vorurteile gegen die Fifa - Korruption, Vetternwirtschaft, Intransparenz, Manipulation, Nötigung, Immunität gegen juristische Konsequenzen - bewahrheiten, lässt den Rezensenten zwar ein wenig resigniert zurück, aber auch mit einer sehr viel konkreteren Vorstellung davon, wie die "Fußballfamilie" (Blatter) auf dem Zürichberg "ein krummes Ding nach dem andern dreht".
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