Ausgehend von den kultischen Stadtgesellschaften Mesopotamiens über das Mittelalter bis hin zur Moderne beschreibt Uli Reiter Vorformen, Funktion und Evolution von Bestechung und Korruption - und ermöglicht eine neue Sichtweise auf das in der Moderne hochmoralisierte Thema. Zugleich liefert er Erklärungen und Begründungen dafür, warum diese Problematik so heftig mit Moral überzogen wird, indem er die gewöhnungsbedürftige und unbequeme Frage stellt, ob Bestechung und Korruption nur Probleme erzeugen oder ob sie nicht vielmehr selbst als eigenes Sinnangebot und als Lösung anderer gesellschaftlicher Probleme verstanden werden sollten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.12.2009
Dankbar zeigt sich Rezensent Harry Nutt für dieses Geschenk des Autors. Einen Ablasshandel kann er darin aber beim besten Willen nicht erkennen. Was Korruption ist, welche Funktion sie in unserer und in vergangenen Gesellschaften einnimmt, erfährt Nutt in aller Gründlichkeit von Uli Reiter. Dass der Autor sich von der Ethnologie und von Niklas Luhmann hat leiten lassen, findet Nutt okay. Syntax und Rhythmus, aber auch die Effizienz von Gabe und Gegengabe versteht er jetzt durchaus besser. Auch wenn ihm Reiters Luhmann-Sound mitunter etwas zu sehr in den Ohren dröhnt.
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