Feridun Zaimoglu

Der Mietmaler

Eine Liebesgeschichte
Cover: Der Mietmaler
Langen Müller Verlag, München 2012
ISBN 9783784433240
Gebunden, 160 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Sonja tobt. Und kurz darauf verschwindet sie. Zurück bleibt der Maler, der die Frauen liebt, die "mit ihren frisch gecremten glänzenden Gesichtern". Der, wenn er eine Frau sieht, sofort zum Skizzenblock greifen und sie porträtieren muss. Er ist ein einsamer Tagträumer, ein "Bilderkrämer", den im Viertel alle kennen. Eines Tages erreicht ihn der Auftrag, eine Frau aus der nahen Stadt zu malen. Er klingelt, überreicht Mozartkugeln, zeigt ihr seine Mappe mit Zeichnungen von Frauen. Edouard und Nora, Maler und Modell, Mann und Frau, das Spiel beginnt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.07.2013

Kristina Maidt-Zinke versteht nicht, was sich Feridun Zaimoglu mit seinem neuen Roman "Der Mietmaler" gedacht hat. Normalerweise ist die Rezensentin ziemlich angetan von Zaimoglus Geschichten, von seinem Stil, seinem "Talent zur Milieuschilderung" und seinem poetischen Realismus. Für dieses Buch scheint der Autor sich etwas anderes vorgenommen zu haben, bedauert Maidt-Zinke. Um ein paar bunte, gemalte Frauenporträts entwickelt der Autor die Geschichte seines Ich-Erzählers Edouard, eines eher untalentierten Malers, der den Auftrag bekommt, eine Witwe im Nachbardorf zu porträtieren, woraus sich eine Liebesgeschichte entwickelt, die diesen Namen nicht wirklich verdient hat, fasst die Rezensentin zusammen. Ihr Hauptproblem ist, dass Zaimoglu sich unbedingt auf den "Stelzen des hohen Stils" bewegen möchte, was sich vor allem in "penetrant rhythmisierten Sätzen", zahlreichen Wortschöpfungen und -wiederentdeckungen äußert, erklärt Maidt-Zinke. Das wirkt auf die Rezensentin meist nur pathetisch, archaisch und bestenfalls ungewollt lustig, und sie hofft, dass Zaimoglu mit seinem nächsten Roman wieder ins alte Fahrwasser findet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013

Das Einzige, was Rezensentin Rose-Maria Gropp nach der Lektüre von Feridun Zaimoglus jüngstem Prosaband zu bedauern hat, ist, dass sie seine erzählerische Raffinesse schon in zu vielen seiner Bücher bewundern konnte, als dass sie diesem hier ganz naiv begegnen könnte. Ansonsten ist sie von der Erzählung um einen verdingten Porträtmaler und eine ältere, umschwärmte und reiche Witwe, die sich von ihm malen lässt, sehr angetan. Es ist eine "Farce", mit allem was dazugehört und mit keineswegs gradliniger Handlungsführung, wie man es von Zaimoglu kennt, erklärt die Rezensentin. Sie weiß den Band als "charmante Fingerübung" sehr zu schätzen und sie findet, dass er durch die 18 beigegebenen, vom Autor selbst gemalten Porträts zusätzlichen Witz gewinnt.
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