Das öffentliche Interesse am Kind ist immens gestiegen, doch dahinter steckt oft keine neu entdeckte Familienfreundlichkeit, sondern geballtes wirtschaftliches Kalkül. Denn dem Standort Deutschland drohen die qualifizierten Arbeitskräfte auszugehen. Felicitas Römer deckt auf, welche Konsequenzen die Lobbyarbeit der Unternehmen und Wirtschaftsverbände hat und wie die Bildungspolitik alles daran setzt, unsere Kinder immer schneller und unter enormen Leistungsdruck durch Kindergarten und Schule zu schleusen. Und wenn die Superkinder schließlich am Förderwahn zu zerbrechen drohen, profitieren Therapeuten und Pharmaindustrie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2011
Rezensentin Uta Rasche hat Felicitas Römers Buch "Arme Superkinder" mit viel Zustimmung gelesen. Überzeugend findet sie die Auseinandersetzung der Autorin mit dem "Förderwahn", dem Kinder heute ausgesetzt werden. Auch der Kritik an Lehrplänen, die an ökonomischen Maßstäben ausgerichtet sind, an Leistungsanforderungen, die von der Wirtschaft diktiert und von den Eltern übernommen werden, kann sie sich nur anschließen. Die Eltern betrachte Römer dabei als Antreiber aber auch selbst Getriebene, die schnell in Panik gerieten, wenn das Kind einmal nicht so funktioniert wie es soll. Zutreffend findet Rasche auch die Beobachtung der Autorin, dass sich schon im Umgang mit einem Säugling "subtile Zielvorgaben" einschleichen.
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