Felicitas Hoppe

Iwein Löwenritter

Erzählt nach dem Roman von Hartmann von Aue. (Ab 12 Jahre)
Cover: Iwein Löwenritter
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783596852598
Gebunden, 256 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Michael Sowa. "Iwein" ist ein um das Jahr 1200 in Versen verfasster mittelhochdeutscher Artusroman. Vorlage war "Yvain ou Le Chevalier au lion", eine Verserzählung der Artusepik von Chretien de Troyes, die Hartmann von Aue frei aus dem Altfranzösischen übertrug. Als König Artus mit den Rittern der Tafelrunde wieder einmal auf Abenteuerfahrt ausreitet, geht der junge Iwein eigene Wege. Er gerät in einen Zweikampf, erschlägt seinen Gegner in Notwehr, heiratet dessen Witwe und erbt ein Königreich. Alles scheint gut. Doch als Iwein zu lange von Turnier zu Turnier in der Welt herumzieht, sagt sich seine Geliebte von ihm los. Für Iwein beginnt damit ein tiefer Sturz, der ihn bis in den Wahnsinn treibt. Nur ein Löwe hält noch zu ihm.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2008

Da hat sich Peter Wapnewski im Fach vergriffen - nicht die erwartete philologisch geprüfte Nacherzählung des Versepos' von Hartmann von Aue hat er sich zum Rezensieren mit nach Hause genommen, sondern ein Kinderbuch! - und am Ende ist er ganz gerührt. Dass sich der Stoff von Iwein Löwenritter aus des Artus Tafelrunde so frisch und frei als Märchen für die Neffen erzählen lässt, hätte sich Wapnewski nicht träumen lassen. Zwar kann er die Bedeutungsverschiebungen zwischen Mittel- und Neuhochdeutsch nicht ganz so leichtfertig übergehen wie die Autorin das macht. Doch, das sieht der Rezensent schnell ein, Felcitias Hoppe geht es auch nicht um historische Genauigkeit, sondern um ein Panoroma mit Rittern, Pferden, Drachen und Wundern, um die Erfüllung von Kinderwünschen eben. Und dagegen kann Wapnewski nun gar nichts einwenden. Erst recht nicht, wenn die Autorin derart behutsam mit den jungen Zuhörern umgeht und finstere Kruditäten "humanisiert". Bleibt dem Rezensenten noch zu fragen, wie die Neffen die Geschichte fanden, und ein Extralob für die Ausstattung des Bandes mit Leinenbindung und Farbtafeln von Michael Sowa auszurufen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2008

Zwei Mittelalter-Bücher für Kinder stellt Thomas Binotto vor: Felicitas Hoppes Nacherzählung von Hartmann von Aues "Iwein", ein Versepos, das gegen 1200 entstanden ist, wird jeden Kinderbuchautor vor Neid erblassen lassen, derart fesselnd, witzig und bunt gehe es darin zu. Besonders hat es dem begeisterten Rezensenten imponiert, wie grandios die Autorin mittelalterliche Erzählformen aufgreift, ohne dabei "philologische" Bemühtheit auszustrahlen, und er ist sich sicher, dass sie ihren jungen Lesern damit pures "Leseglück" beschert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.08.2008

An den Ritter als reifes Ideal der Männlichkeit mag Rezensent Burkhard Müller nicht glauben. Daran ändert auch diese als Kinderbuch daherkommende Nacherzählung der Geschichte von Iwein Löwenritter nichts. Für Müller fangen die Schwierigkeiten schon mit der nach Vorgelesenwerden lechzenden Erzählposition ein, die Felicitas Hoppe wählt. Die Märchentante denkt Müller sich als ergiebige Rolle. Ihren dick auftragenden, mit Ausrufezeichen wild um sich werfenden Ton allerdings verträgt er schlecht. Gut, meint Müller, dass das Buch im weiteren zur Ruhe kommt. Die "konfuse Beliebigkeit" der Episoden, die Müller ebenfalls aufstößt, deutet er als Effekt eines alten Buchs in späterer Zeit. Bleibt dem Rezensenten noch, die von Hoppe der Geschichte abgerungene Plastizität der Gestalten zu loben. Müllers Zweifel an der Bedeutung einer alten Rittermär für unsre Zeit fegt das nicht beiseite.
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