Herausgegeben von Christopher Tolkien. Aus dem Englischen von Hans-Ulrich Möhring. Das große Epos um Arthur erzählt, wie der tapfere König sich zum Waffengang ostwärts in ferne, heidnische Länder begibt. Während der König außer Landes kämpft, verliebt sich der Ritter Lancelot in Arthurs Frau Guinever und schafft damit einen unüberwindlichen Konflikt. Als auch noch der verräterische Mordred die Macht an sich zu reißen versucht, treibt die Handlung einem Abgrund entgegen … Neben der Edda und dem Nibelungenlied ist die Arthursage die wichtigste Quelle aller neueren Fantasyliteratur, die hier erstmals in J. R. R. Tolkiens eigener Fassung vorliegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.04.2015
Burkhard Müller erkennt in J.R.R. Tolkiens unvollendet gebliebenem Buch "König Arthurs Untergang" eine Totgeburt. Der Schöpfer des "Hobbit" habe sich darin verzweifelt am mittelalterlichen Stabreim versucht, das belegt Müller mit einigen zitierten Zeilen. Allerdings sei die Sprache des Langgedichts weder alt noch modern, sondern bleibe in einer "imaginierten Shakespeare-Zeit" hänge, so der Rezensent, und schaffe es deshalb nicht, den "alten epischen Geist" einzufangen und neu zu beleben. Bei so viel Bemühen und Scheitern empfiehlt Müller wenigstens all jenen die Lektüre des Fragments, die erkennen wollen, wie lebendig im Gegensatz dazu der "Herr der Ringe" noch heute sei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.03.2015
Nicht weniger als eine literarische Sensation ist für Christian Thomas die von J.R.R. Tolkien verfasste Version der Artus-Sage, auch wenn er sich beeilt, die Erwartungen nicht allzu sehr überschäumen zu lassen: Zum einen handelt es sich um ein Fragment, dem entscheidende Handlungselemente fehlen, zum anderen werden sich Tolkien-Fans an einen völlig neuen Sound gewöhnen müssen - und Artus-Fans an ein paar waghalsige Variationen, erklärt der Rezensent. Sehr hilfreich findet er den Herausgeberkommentar von Tolkiens Sohn Christopher, der zwei Drittel des Buches ausmacht und, "gut verborgen im Dickicht der Interpretation", hilfreiche Lektürehinweise zu geben vermag. Ein Sonderlob gibt es außerdem für die "fabelhafte Übertragung" der stabreimseligen Verse durch Hans-Ulrich Möhring.
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