Hartmann von Aue

Erec

Bibliothek des Mittelalters. Band 5
Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783618660507
Gebunden, 1969 Seiten, 76,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Manfred G. Scholz. Aus dem Mittelhochdeutschen von Susanne Held. Neue Edition mit neuen Übersetzungen des vielseitigsten und innovativsten deutschen Autors des Mittelalters.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2005

Begeistert begrüßt Joachim Heinzle die Neuausgabe der erzählenden Werke des, wie er schreibt, mittelhochdeutschen Klassikers schlechthin, Hartmann von Aue, dessen "Worte wie Kristalle" auf ihn wirken, die seinen Texten Witz und Anmut zugleich verliehen. Der Romanstoff des "Erec" stammt eigentlich von dem Franzosen Chrestien de Troyes, berichtet Heinzle, der damit das Genre des Artusroman angeschoben habe. Um 1180 herum müsse Aue das Buch ins Deutsche gebracht haben, mutmaßt der Rezensent, in einer eigenen, freien Bearbeitung, versteht sich. Eine bizarre Handlung, findet Heinzle: ein Königssohn, der über die Schönheit seiner Frau das Herrschen vergisst und sie dann einer Prüfung unterzieht, die sie aber besteht. Nicht glücklich zeigt sich der Rezensent mit der neuen Bearbeitung des "Erec"-Stoffes: die Übersetzung von Susanne Held weise "unnötig viele Schnitzer" auf und sei stilistisch unausgegoren, kritisiert er. Noch weniger Verständnis bringt Heinzle für den Herausgeber und Kommentator Manfred Scholz auf, der den Weg der überaus komplizierten Textrekonstruktion und die Abweichungen von der Standard-Edition nicht kenntlich gemacht habe und auch im Kommentarteil die Leser mit einem Wust von Meinungen überschütte, statt für ihn sinnvoll auszuwählen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2005

Der "rh" zeichnende Rezensent zeigt sich äußerst angetan von dieser neuen Ausgabe dieser aus über 10.000 gereimten Versen bestehenden Heldensaga. Schon Gottfried von Straßburg habe sich enthusiastisch über Hartmann von Aue geäußert, und der Einfluss von Hartmanns Werken sei auch heute nicht zu unterschätzen. Die nun vorliegende Ausgabe des Deutschen Klassiker-Verlags mache das Werk dankenswerterweise für ein breiteres Publikum zugänglich, da der Text nicht nur im mittelhochdeutschen Original, sondern auch in einer modernen deutschen Übersetzung von Susanne Held vorliegt. Zudem werde durch die Einleitungstexte zu Hintergrund von Person und Werk, versehen mit Zusammenfassungen zum Inhalt sowie Verständnishinweisen, sowie die "wissenschaftlichen Stellenkommentare" viel zum Textverständnis beigetragen.