Fadela Amara

Weder Huren noch Unterworfene

Cover: Weder Huren noch Unterworfene
Orlanda Frauenverlag, Berlin 2005
ISBN 9783936937268
Kartoniert, 120 Seiten, 14,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Sarah Dornhof. Mit einem Vorwort von Seyran Ates, bearbeitet von Sylvia Zappi. Ähnlich wie in deutschen Großstädten sind in Frankreich jährlich Tausende junger Frauen sexueller, gesellschaftlicher und persönlicher Unterdrückung und Gewalt ausgesetzt. Nachdem Samira Bellil mit ihrem Bericht "Durch die Hölle der Gewalt" (Pendo) erstmals auf die Situation junger Muslimas in den französischen Vorstädten aufmerksam machte, liefert Fadela Amara mit "Weder Huren noch Unterworfene" nun eine Analyse und weist auf Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten hin. Die Mitgründerin der Organisation NPNS ermutigt Frauen und auch Männer jeglicher Herkunft und jeglichen religiösen Bekenntnisses dazu, gegen Ghettoisierung, Diskriminierung bzw. Gewalt und gleichzeitig für Gleichheit, die eigenen Rechte und Freiheit öffentlich aufzutreten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.03.2006

Die Autorin Fadela Amara, selbst Aktivistin der französischen Migrantinnenbewegung "Weder Huren noch Unterworfene", liefert in diesem Band einen, wie die Rezensentin Heide Oestreich findet, "glasklaren" Argumentationszusammenhang. Die Aussichtslosigkeit in den Banlieues entmachtet die arbeitslosen Väter, an deren Stelle die männlichen Kinder treten. Deren Macht und Gewalt bleibt freilich auf den engen Zusammenhang von Familie und Banlieue beschränkt - äußert sich da aber umso brutaler; in der Tyrannei gegenüber Schwächeren, das heißt auch und insbesondere gegenüber Frauen. Das Buch berichtet von Aktionen, mit denen die Frauen der Banlieues auf ihre Lage aufmerksam machen wollen - angesichts der 20.000 Beteiligten am "Marsch der Frauen" 2003 kann man da von Deutschland aus nur staunen, meint Oestreich. Insgesamt findet sie trotz leiser Kritik am Mangel an selbstkritischer Reflexion das Buch höchst lesenswert, warnt allerdings vor dem Vorwort von Seyran Ates, das allzu leichtfertig gegen "angeblich naive Multikulti-Politiker hetzt".
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