Aus dem amerikanischen Englisch von Hanna Hesse. "Sex & Rage" erzählt von Glamour und tiefen Abgründen - und von einer Muse, die in den 1970er-Jahren die Unverfrorenheit besitzt, selbst Künstlerin zu werden. Wir folgen der jungen Jacaranda, aufgewachsen am Strand von Los Angeles, wie sie sich durch die Höhen und Tiefen des Lebens trinkt, tanzt und feiert - und dabei mit spitzer Zunge und unbestechlicher Beobachtungsgabe ihren Zielen folgt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.07.2024
Ein schönes Buch, das einem eine heute nur noch schwer nachvollziehbare Amerikaeuphorie vor Augen führt, liest Christiane Lutz. Autorin Eve Babitz, selbst biografisch in engem Kontakt mit Stars und Glamour, erzählt, lesen wir, von Jacaranda, einer jungen Frau, die zunächst in Los Angeles lebt, auf Partys unterwegs ist, viele Drogen nimmt, in den Tag hinein lebt und höchstens nebenbei Schriftstellerin ist. Allerdings ändert sich das laut Lutz im Laufe des ursprünglich 1979 erschienenen Romans, was auch mit dem Unterschied zwischen Los Angeles und New York zu tun hat - New Yorker sind, zumindest in der inneramerikanischen Fremdwahrnehmung, ernster und arbeitsamer. Jacaranda wiederum lernt, beschreibt Lutz, sich nicht nur über Erfolge bei Männern zu definieren. Eine hollywoodreife Geschichte aus einem sonnigen Amerika, so das positive Fazit.
Rezensent Peter Henning hat Eve Babitz' autofiktionalen Roman gerne gelesen. Darin berichtet die LA-Ikone der 60er und 70er-Jahre von ihrem Aufwachsen als Surfer Girl in Los Angeles, von den folgenden Jahren als Künstlerin und von den Partys und Bekanntschaften, die auf ihrem Lebensweg lagen. Neben Babitz' eigener Geschichte, die schließlich auch von massiver Alkoholabhängigkeit geprägt war, zeichnet Babitz ein Portrait von Lan als spätestens seit den "Manson-Morden" 1969 unterschwellig gefährdetes Paradies und von seinen berühmten Einwohnern. Babitz gelingt es dem Rezensenten zufolge, diese Atmosphäre "in der Vorahnung ihres möglichen Verlusts" abzubilden und so für einen Moment zu bewahren. Nicht nur als ein frühes Beispiel für Autofiktion, sondern auch als gelungene Zeitdarstellung kann Henning das Buch also empfehlen.
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