Canan Topcu

EinBÜRGERung

Lesebuch über das Deutsch-Werden. Portraits, Interviews, Fakten
Cover: EinBÜRGERung
Brandes und Apsel Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783860997260
Kartoniert, 166 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Canan Topcu gelingt es, den formaljuristischen Vorgang "Einbürgerung in Deutschland" mit Leben zu füllen. Sie nähert sich dem spröden Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln und liefert ein spannendes Stück bundesdeutscher Zeitgeschichte. Ein Kaleidoskop verschiedener Ansichten, Einsichten und Einblicke zum Thema Deutsch-Werden. "Deutscher ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt... Die Staatsangehörigkeit wird erworben für einen Ausländer durch Einbürgerung." So will es das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz, das die juristischen Voraussetzungen für den formalen Akt der Einbürgerung regelt. Canan Topcu spürt den vielfältigen Motivationen von Menschen nach, den deutschen Pass zu beantragen oder ihren alten zu behalten. Sie hat prominente Politiker wie Cem Özdemir über ihr Deutsch-Sein befragt. Zu Wort kommen Beamte, die für Einbürgerung zuständig sind, und der Migrationsexperte Friedrich Heckmann. Zudem liefert Topcu die Fakten, gibt einen aktuellen Stand über die Einwanderungsdebatte und wirft einen Blick auf die europäischen Nachbarstaaten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2007

Instruktiv findet Rezensent Christian Hillgruber dieses "Lesebuch über das Deutschwerden", das die Journalistin Canan Topcu vorglegt hat. Neben interessanten Porträts eingebürgerter wie nicht eingebürgerter Zuwanderer findet er darin Interviews mit Politikern, Wissenschaftlern und für die Einbürgerung zuständigen Beamten. Er weist darauf hin, dass die Zahl der Einbürgerungen nach der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 2000 gegen alle Erwartungen nicht zu-, sondern abgenommen hat. Warum das so ist, erfährt man Hillgruber zufolge in Topcus Buch. Er nennt Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung sowie die Angst vor dem Verlust eigener nationaler und kultureller Identität, aber auch die nur schwach ausgeprägte nationale Identität der Deutschen, die auf potentiell Einbürgerungswillige nicht besonders attraktiv wirke.
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