Die Lyrik Importe von Eva Hesse präsentieren einen Querschnitt durch das übersetzerische Werk von über fünfzig Jahren, in dessen Mittelpunkt die epochale amerikanische Lyrik des Zwanzigsten Jahrhunderts steht, die einige Dichter von absolutem Weltrang hervorgebracht hat, deren Einfluss weit über den englischen Sprachraum hinausreicht. Richtlinie dieser Auswahl ist die Praxis des Übersetzens und die Theorie, die in dem biographischen Essay Vom Zungenreden in der Lyrik noch eigens zu Wort kommt, wobei sich Hesse mit einem ganzen "Ballett hinkender Hypothesen" anlegt, immer in der Überzeugung, daß Poesie das ist, was in der Übersetzung nicht verloren geht, sondern sich durch eine Art "Teleportation" manifestiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2005
Tobias Döring würdigt Eva Hesse als Übersetzerin, die durch ihre Übertragungen von Gedichten aus dem Englischen ins Deutsche und umgekehrt "Eigenes und Eigentliches" erschafft. Der Band bietet an die hundert Gedichte von 44 Autoren, wobei neben den überwiegenden amerikanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts auch arabische, spanische, griechische und irische Dichtung seit dem Mittelalter zu finden ist, betont der Rezensent. Zudem ist zu jedem Autor ein "erhellendes" biografisches Porträt und der literarische Kontext skizziert, in dem das Gedicht entstanden ist, stellt Döring eingenommen fest. Er zeigt sich beeindruckt von der "sprachschöpferischen Macht" der Übersetzerin und hat den Band als ein "Museum der Moderne" gelesen, in dem uns Hesse "unaufdringlich, aber zielstrebig" durch ihre ganz "persönliche Galerie" der Lyrik führt.
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