Herausgegeben von Bodo Guthmüller und Wilhelm Kühlmann. Mit 12 Abbildungen. Der Siegeszug der Osmanen bis vor die Tore Wiens schlug sich in einem weitverzweigten, bis heute kaum überschaubaren Schrifttum nieder, das alle materiellen Mittel der Kommunikation umfasst und als transnationales Paradigma frühneuzeitlicher Öffentlichkeit angesehen werden muss. Die in diesem Band vereinigten Studien, Ergebnisse eines Kolloquiums, das der Wolfenbütteler Arbeitskreis für Renaissanceforschung zusammen mit der Ungarischen Akademie der Wissenschaften veranstaltete, wenden sich im interdisziplinären Ausgriff und in internationaler Perspektive sowohl den Akteuren der osmanisch-europäischen Konfrontation wie auch den Autoren, Schreibweisen, Problemlagen, Traditionslinien und Rezeptionsmodalitäten der einschlägigen Literatur zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2001
Michael Borgolte erzählt uns was über die Reaktionen der christlichen Europäer auf die "osmanische Expansion", wie sie die Herausgeber des Sammelbandes "verdienstvoll ... in Schriftzeugnissen, aber auch im Bild, interdisziplinär" gesichtet haben. Später wendet er sich der Ausrichtung einzelner Beiträge zu. Gefunden hat er sowohl "Beunruhigend-Weiterführendes" wie "manches Abseitige" (eine personengeschichtliche Parallelstudie über osmanische Diplomaten und Schriftsteller etwa), sowohl Darstellungen eines fruchtbaren Austausches zwischen westlicher und orientalischer Kultur als auch solche, die den Vorstoß der Osmanen nach Europa als eine Quelle der Entfremdung vorführen.
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