Eugen Wirth

Die orientalische Stadt im islamischen Vorderasien und Nordafrika

Städtische Bausubstanz und räumliche Ordnung, Wirtschaftsleben und soziale Organisation. Band I: Text. Band II: Tafeln
Cover: Die orientalische Stadt im islamischen Vorderasien und Nordafrika
Philipp von Zabern Verlag, Mainz 2000
ISBN 9783805327091
Gebunden, 584 Seiten, 94,59 EUR

Klappentext

Band I: mit 248 Abbildung und 8 Tafeln. Band II: mit 168 Tafeln, davon 112 farbig und 56 schwarz-weiß Tafeln, 3 Falt-Karten, 1 Heft mit Kartenlegende. Ausgangspunkt der Betrachtung sind die bis heute nachwirkende Prägung durch eine mehrtausendjährige Geschichte sowie die städtischen Bauten und Bauwerkskomplexe mit ihren Funktionen für geistig-religiöses Leben, Wirtschaft und nach außen abgeschlossenes Wohnen. Auch im Orient ist Architektur ein von Menschen geschaffener Rahmen für Selbstverwirklichung, Bewältigung des Alltags und Miteinander-Leben. Die übergreifenden kulturellen Sinnbezüge städtischen Lebens und die Handlungsvorgaben städtischer Institutionen in der islamischen Welt sind ebenso vernünftig, ebenso ethisch fundiert und damit ebenso menschlich wie die unseren. In fast allen Kapiteln des Buches dient der systematische Vergleich als ein wichtiges methodisches Hilfsmittel: Worin besteht die Andersartigkeit der orientalischen Stadt gegenüber unserer abendländischen Stadt oder gegenüber den Städten des Alten Orients und denen der klassischen Antike? Wieweit ist dieses Anders-Sein durch die Religion des Islam geprägt? Inwieweit wirken noch heute die Kulturen der Sumerer, Babylonier, Ägypter in der orientalischen Stadt des 19. und 20. nachchristlichen Jahrhunderts nach?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2001

Ludwig Ammann ist begeistert. "Was für ein Werk", ruft er aus, "die großartige Summa eines Forscherlebens". Ein prachtvoll ausgestattetes Kompendium über Städte im vorderasiatischen und nordafrikanischen Raum. "Klar durchdacht" und so verständlich formuliert, dass auch der Laie den Ausführungen des Erlanger Geografie-Professors Eugen Wirth folgen kann, lobt der Rezensent. Hunderte von Stadt- und Hausplänen im Textband und zahlreiche topografische Karten, Planskizzen, alte Stahlstiche und moderne Fotos im Tafelband förderten eine ganze Reihe interessanter Ergebnisse des kundigen Orient-Forschers zu Tage. Überzeugend widerspreche Wirth sämtlichen Orientalisten, islamische Städte würden sich deutlich von denen des Abendlandes unterscheiden. Zwar gebe es Unterschiede im Baustil, aber auch der habe sich verändert. Im Orient wie im Okzident könne man den gleichen Trend eines bewussten Rückzugs aus der Öffentlichkeit beobachten, referiert der Rezensent. Die "gated communities" in den USA etwa wiesen mehr Parallelen zur alten Medina auf, als sämtliche Forscher wahrhaben wollten.
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