Ethan Hawke

Aschermittwoch

Roman
Cover: Aschermittwoch
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2002
ISBN 9783462030754
Gebunden, 324 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Franca Fritz und Heinrich Koop. Der bewegende Roman eines jungen Paares, das sich seiner selbst vergewissern muss und dabei nicht um die Erkenntnis herumkommt, dass jemanden zu lieben ebenso schmerzhaft und enttäuschend sein kann wie sich selbst mit all seinen Schwächen anzunehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2002

Wer bin ich? Was will ich in meinem Leben tun? Wohin mit der Liebe? Das sind die Fragen die sich die beiden Twenty-Somethings Jimmy Heartsock und Christy Ann Walker in Ethan Hawkes "nervig-schönem" Roman "Aschermittwoch" stellen, berichtet Charlotte Brombach. Die beiden haben sich gerade eben getrennt, bereuen es aber schon wieder, und so fährt Jimmy seiner Liebsten durch ganz Texas hinterher, um sie zurückzugewinnen. Dabei schlingern sie laut Brombach durch "allerlei Gefilde der Küchenpsychologie und -philosophie". "Immer jedoch", erklärt Brombach, "nehmen sie das, was sie gerade denken, die Version, wie sie sich im Augenblick die Welt erklären, ernst." Eine Distanz zur Weltsicht seiner Protagonisten baut Hawke laut Rezensentin nicht ein. Langweilig werde es indes nie: Mit seinem geschulten Gespür für Dramaturgie, Dialoge und die Verdichtung der Atmosphäre bringe Hawke durchgehend Spannung in diese kathartische Road Novel, freut sich die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.09.2002

Ein Hollywoodstar, der flotte Dialoge schreiben kann und eine Art Roadmovie inszeniert hat, so charakterisiert Jörg Magenau den Autor - und damit auch den Roman. Die Geschichte von Jimmy und Christy, die quer durch die Vereinigten Staaten reisen auf der Suche nach ihrer Beziehung, bietet zwar eine große Authentizität der Figuren, meint er, aber die sei mit einer gewissen erzählerischen Stagnation erkauft. Wer die Typisierung der Protagonisten geschluckt hat, hier der eitle, drogenabhängige Macho, dort die abgeklärte, skeptische Christy, hat verstanden, wie es funktioniert. Eigentlich bietet eine Reise das Motiv der Entwicklung der Figuren geradezu an, so Magenau, hier jedoch reicht es nur zu einer Abfolge skurriler oder auch anrührender Begegnungen und Monologe. "Der Drive bleibt auf der Strecke", urteilt der Rezensent.