Nirgendwo in unserer Literatur wird das Verhältnis zwischen Herr und Hund treffender dargestellt als in Ernst Jandls Gedicht. Dass Kinder es so mögen, kommt wahrscheinlich daher, das ottos mops zugleich vom ewig komischen Missverständnis zwischen Erzieher und Erzogenem ganz allgemein erzählt. - Jedenfalls ist dieses Bilderbuch die beste Gelegenheit, mit Kindern gemeinsam über diese Missverständnisse zu lachen.
Jens Thiele schwärmt voller Begeisterung von den Illustrationen Norman Junges: Die Wohnung von Otto und Mops sei zwar schlicht wie ein karges Bühnenbild, und die Veränderungen spielen sich, so Thiele, immer nur im kleinen ab. Doch diese seien gleichzeitig äußerst "gravierend". So findet der Rezensent, dass die Tischdecke - die entweder fliegt oder glatt auf dem Tisch liegt - einiges aussagt über Streit oder "trügerische Ruhe". Auch der Raum selbst verändert sich stets, stellt Thiele fest: Mal kippt er, mal verschwinden die rechten Winkel, und wenn 'ottos mops kotzt', dann wird er braun. Thiele sieht in diesen grotesken und gleichzeitig kargen Illustrationen Jandls Sprache "genial und böse in bildnerische Form übertragen".
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