Nirgendwo in unserer Literatur wird das Verhältnis zwischen Herr und Hund treffender dargestellt als in Ernst Jandls Gedicht. Dass Kinder es so mögen, kommt wahrscheinlich daher, das ottos mops zugleich vom ewig komischen Missverständnis zwischen Erzieher und Erzogenem ganz allgemein erzählt. - Jedenfalls ist dieses Bilderbuch die beste Gelegenheit, mit Kindern gemeinsam über diese Missverständnisse zu lachen.
Jens Thiele schwärmt voller Begeisterung von den Illustrationen Norman Junges: Die Wohnung von Otto und Mops sei zwar schlicht wie ein karges Bühnenbild, und die Veränderungen spielen sich, so Thiele, immer nur im kleinen ab. Doch diese seien gleichzeitig äußerst "gravierend". So findet der Rezensent, dass die Tischdecke - die entweder fliegt oder glatt auf dem Tisch liegt - einiges aussagt über Streit oder "trügerische Ruhe". Auch der Raum selbst verändert sich stets, stellt Thiele fest: Mal kippt er, mal verschwinden die rechten Winkel, und wenn 'ottos mops kotzt', dann wird er braun. Thiele sieht in diesen grotesken und gleichzeitig kargen Illustrationen Jandls Sprache "genial und böse in bildnerische Form übertragen".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…