Erik Lindner

Nach Acedia

Ausgewählte Gedichte
Cover: Nach Acedia
Matthes und Seitz, Berlin 2013
ISBN 9783882210729
Gebunden, 170 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Rosemarie Still. Die besondere Intensität in Erik Lindners Gedichten, sie verdankt sich der hellwachen Aufmerksamkeit seiner Wahrnehmung und dem Zeitenmaß eines Gehenden. Durchlässig für das Sich-Ereignende, sammelt er Geschehnisse, komponiert sie mit feinstem Gespür für die wechselnde Tonalität von bestimmten und unbestimmten Momenten zu Reigen und verleiht ihnen damit erst Raum und Weile, sehr wohl sich bewusst: "Alles, was ist, kann verschwinden."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2014

"Acedia", so erläutert der kundige Rezensent Andreas Langenbacher, war in der Antike ein glücklich in der Schwebe gehaltenes "Nichtstunwollen" und wurde erst im Christentum zur Todsünde der Trägheit. Erik Lindner nun wiederum versucht, unter diesem moralischen Schutt wieder die glückliche Muße hervorzuziehen, die Voraussetzung jeder Lyrik ist, und das gelingt im laut Lindner in beglückender Weise. Erstaunlich, so der Rezensent, wie der Lyriker es schafft, durch aneinandergereihte Beobachtungen und "reimlose, bildstark disparate Verse" lyrische Dichte zu schaffen. "Sprachweltstoff" reichere Lindner hier an und reflektiere ihn zugleich. Langenbacher fühlt sich von ihm von Acedia nach Arcadia geführt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Hymnisch bespricht Rezensent Nico Bleutge den neuen, nun unter dem Titel "Nach Acedia" erschienenen Gedichtband des niederländischen Lyrikers Erik Lindner. Der Kritiker fühlt sich an das Lichtspiel der Gemälde Edward Hoppers erinnert, wenn er liest, wie Lindner seine Worte nach Figuren und Rhythmen choreografiert, Lichtverhältnisse oder Spiegelstrukturen in seinen Kompositionen verwendet und mit wenigen Elementen - Küstenlinie, Bojen, zwei Lampen - ein lichterfunkelndes Bild schafft. Ihm erscheinen die Gedichte wie "Balancekonstruktionen" von außergewöhnlicher Spannung und Schönheit - trotz oder gerade wegen des schlichten und klaren Satzbaus. Lob auch für Rosemarie Stills Übersetzung.

Beliebte Bücher

Siri Hustvedt. Ghost Stories - Ein Buch der Erinnerung. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Siri Hustvedt: Ghost Stories
Aus dem Amerikanischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt…
Kev Lambert. Möge uns die Freude bleiben - Roman. Secession, Berlin, 2025.Kev Lambert: Möge uns die Freude bleiben
Aus dem Französischen (Quebec) von Frank Weigand. In seinem neuen Roman beschreibt Kev Lambert den kometenhaften Aufstieg und Fall der Quebecer Stararchitektin Céline Wachowski:…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…