Ein alter Linker denkt neu nach - eine Erzählung von roten Helden und dem harten Pflaster des Sozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2010
In ihrer Kritik von Erich Loests jüngstem Erzählband "Wäschekorb" erklärt uns Sabine Brandt zunächst die Bedeutung des Titels. In einen Wäschekorb warfen zu Wendezeiten "enttäuschte und verärgerte Genossen" ihr Parteibuch, ohne sich allerdings, wie der Autor in seinem Buch darlegt, unbedingt von alten Ideologien und Überzeugungen abzuwenden. Im vorliegenden Band trägt ein fiktiver Erzähler DDR-Biografien von Menschen zusammen, die zwar unter Maßregelungen des Regimes gelitten haben, die aber - nach ihrer Rehabilitierung und Karriere in der Politik - nur umso unnachgiebiger für Partei und Ideologie eintraten, erfahren wir. Brandt hebt dabei die Erzählerfigur hervor, die als einzige Figur des Bandes erfunden sei und sich als ebenfalls nicht der "Wahrheit" verpflichtet entpuppt, sondern vielmehr "Erfolg und Geltung" sucht, wie die Rezensentin bemerkt.
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