Eric Schlosser

Command and Control

Die Atomwaffenarsenale der USA und die Illusion der Sicherheit. Eine wahre Geschichte.
Cover: Command and Control
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406655951
Gebunden, 598 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sven Scheer und Rita Seuß. Eric Schlosser deckt in diesem zeithistorischen Thriller einen Unfall in einem Atomwaffensilo der USA auf, der um ein Haar mehrere amerikanische Großstädte vernichtet hätte. Diese wahre, bisher unbekannte Geschichte bildet den Rahmen für ungewöhnliche Einblicke in die amerikanische Atomrüstung. Das glänzend geschriebene Buch macht eine Gefahr bewusst, der wir bis heute täglich ausgesetzt sind. Arkansas, 18. Septembers 1980, abends: Bei Routinearbeiten an einer gefechtsbereiten Titan-II-Rakete rutscht einem Arbeiter ein Schraubenschlüssel aus der Hand. "O Mann, das ist nicht gut", ist sein erster Gedanke. Das Missgeschick führt zu einer Kettenreaktion, der größte je gebaute Atomsprengkopf droht zu explodieren. Eric Schlosser rekonstruiert auf der Grundlage von geheimen Unterlagen des Verteidigungsministeriums und Interviews mit Augenzeugen, wie sich Amerika am Rande einer nuklearen Katastrophe befand.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2014

Bernd Greiner fangen die Knie an zu schlottern, wenn er bei Eric Schlosser nachliest, wie oft und wie knapp wir im Kalten Krieg an atomaren Katastrophen vorbeigeschrammt sind. Der amerikanische Journalist erzählt auf "atemberaubende Weise", wie Greiner meint, vom Irrsinn des atomaren Wettrüstens, das tatsächlich als Staatskunst verbrämt werden konnte. Dabei erfährt der Rezensent von Zwischenfällen, die er sich im Traum nicht hätte vorstellen können. Explosionen im Raketensilo, Abstürze von atombestückten B-52-Bomben oder fehlgeschalteten Computersysteme - "Heerscharen von Schutzengeln" müssen im Dauereinsatz gewesen sein, anders kann sich der Rezensent die Abwendung all der vorprogrammierten Katastrophen nicht erklären. Gewusst hatte Greiner auch nicht, dass die Sowjetunion die Vernichtung der Welt quasi automatisiert hatte: Nach einem Atomschlag auf ihr Territorium, würde der Gegenschlag "mit allem was die Waffenkammern hergaben" vom Computer gesteuert werden - ohne dass Menschen noch hätten eingreifen können.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2013

Als Abschreckung gewissermaßen für die "jüngere Generation" empfiehlt Hans Ehlert das Buch des amerikanischen Journalisten Eric Schlosser. Der Autor erzählt die Geschichte der Nuklearrüstung und der damit verbundenen Risiken und Unfälle. Insbesondere mit der Geschichte von der in ihrem Silo in Arkansas explodierten Titan II Rakete jagt Schlosser dem Rezensenten einen Heidenschrecken ein. Wie oft die Welt nur knapp einer atomaren Eskalation, ausgelöst durch menschliches Versagen, entgangen ist, aber auch, was getan wurde, um solche "Pannen" zu vermeiden (so wurde dem Alkoholiker Nixon der rote Knopf entzogen), erfährt Ehlert aus diesem, wie er findet, sehr gut recherchierten und geschriebenen Buch.
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