Aus dem Englischen von Andrea Panster. Die USA sind bis an die Zähne atomar bewaffnet. Statt abzurüsten haben die Vereinigten Staaten seit Ende des Kalten Krieges mit Milliarden-Militärhaushalten weiter aufgerüstet. Ihre Bomben, Raketen und Weltraumlaser verfügen über eine bisher unvorstellbare Zerstörungskraft. Die Atomwaffenexpertin Helen Caldicott belegt: Die US-Regierung steht in ihrer aggressiven Präventivschlag-Politik unter einem enormen Druck von Seiten der Rüstungsindustrie, Atomwaffen einzusetzen - damit neue produziert werden können.
Als ein "erschreckend faszinierendes Buch" bezeichnet Ludwig Watzal Helen Caldicotts Abhandlung. Lese man ihre Thesen, dass die Bush-Regierung "mit ihrer aggressiven Präventivkriegspolitik unter starkem Druck der Rüstungsindustrie steht, auch Atomwaffen einzusetzen, damit neue produziert werden können", fühle man sich als Leser an unhaltbare Verschwörungstheorien erinnert, meint der Rezensent. So hält er diese These zwar für "unfassbar", bei den "sachlichen" Ausführungen aber einleuchtend. Caldicott plädiere mit diesem Buch für eine öffentliche Debatte über das "gigantische Atomprogramm der USA" und zeigt auch die "Gefahren für den Weltfrieden", die diese Politik mit sich bringe, resümiert Watzal. Der positive Eindruck dieses "erschütternden" Werkes würde noch durch einen besonders umfangreichen Anhang über Atomwaffenproduzenten, Standorte und Medien und Institutionen für Frieden und Abrüstung ergänzt, lobt Watzal.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.04.2003
In ihrem Buch "Atommacht USA" vermittelt die australische Friedensaktivistin und Atomwaffenexpertin Helen Caldicott nach Einschätzung von Gitta Düperthal eine präzise Vorstellung davon, welche Zerstörungskraft von der Liaison amerikanischer Rüstungsunternehmer und ihrem Präsidenten ausgeht. Caldicotts Buch, das sich wie ein spannender Thriller über einen fiktiven Politskandal lese, bietet nach Düperthal eine realistische Analyse, "wie Fakten vom US-Militär-Establishment zurecht gelogen, schön geredet oder absichtsvoll verschwiegen werden". So schildere die Autorin zum Beispiel detailliert, wie der Atomwaffensperrvertrag mit der so genannten Raketenabwehr "NMD" von der Bush-Regierung unterlaufen wird. Düperthal hebt hervor, dass Caldicott ihre Kernthese - der Terrorismus werde nur als Vorwand genutzt, tatsächlich gehe es um die Profitsteigerung der Rüstungsbetriebe, die sich Milliarden-Dollar-Aufträge aus dem Pentagon sichern wollten - "kenntnisreich" belegt. Überhaupt zeichnet sich Caldicotts Buch nach Düperthals Urteil durch "reichhaltiges Quellenmaterial" sowie durch eine "penible Genauigkeit" ihrer Arbeitsweise aus. "'Atomgefahr USA'", resümiert die Rezensentin, "ist im Hinblick auf den aktuellen Krieg gegen Irak eine wichtige Lektüre."
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