Eric Laurrent

Clara

Roman
Cover: Clara
Rowohlt Verlag, Reinbek 2006
ISBN 9783498039257
Gebunden, 596 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Frank Wegner. Der Ich-Erzähler, ein homme a femmes, ein Aufreißer, trifft Clara Stern, verheiratete Gambistin, und will sie besitzen, wie er jede schöne Frau besitzen will. Sie verweigert sich ihm, doch er gibt nicht auf. Und mit der Zeit stellt er fest, dass er, der Weiberheld, keine andere Frau mehr trifft, dass er kaum noch ausgeht, dass er niemand anderen sehen möchte als Clara Stern, kurzum: dass er sich verliebt hat. Er, der Zyniker, gibt sich eben dem Fetischismus hin, der allen Verliebten eigen ist (Eintrittskarten gemeinsam besuchter Veranstaltungen aufheben), er vergießt Tränen, findet schlechte Popsongs, die von der Liebe erzählen, nicht mehr so schlecht (Celine Dion) und verwendet den Begriff "Seele". Dem Leser wird nicht erklärt, aus welchen Gründen der Erzähler diese Frau liebt. Sie erscheint eher kühl, spielt ein prätentiöses Instrument, raucht Slim-Zigaretten und ist so eitel, dass sie dem Ich-Erzähler nach dessen Liebesgeständnis den Satz hinwirft: "Du liebst mich nicht genug, als dass ich dich lieben könnte."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2007

Dass sich Don Juan in die Titelheldin verlieben muss, erscheint Thomas Meissner nicht so abwegig. Dieser Mischung aus Uma Thurman und Rosettis Frauenfiguren, findet der Rezensent, kann man verfallen. Um so bedauerlicher in Meissners Augen, wenn Eric Laurrent seiner Figur zu wenig Leben einhaucht. Überhaupt empfindet er Laurrents Stil als ein bisschen zu langweilig. Bei den exaltierteren Momenten des Romans wiederum, ist sich der Rezensent nicht sicher, ob der Autor immer wusste, was er tat; seine syntaktischen Extravaganzen etwa findet er dem Inhalt kaum angemessen. Viel zu selten scheint Meissner die Kunst des Autors in diesem "allzu gefälligen" Buch aufzublitzen: Komik und gelungene Dialoge.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.01.2007

Die Qualen unerwiderter Liebe, die die männliche Hauptfigur in Eric Laurrents Roman "Clara" leidet, lassen Thomas Laux ziemlich kalt. Denn auch wenn der Plot durchaus tragfähig ist und die Liebesleiden des Protagonisten in ihren sich wiederholenden Kränkungen und Schmerzen durchaus amüsante Züge haben, nerven den Rezensenten insbesondere die philosophische Überhöhung dieses Zustands und die Überfrachtung des Buches mit kaum zu enträtselnden Fremdwörtern. Dieser Hang zur "unverwechselbaren intellektuellen Note", die Laurrent bereits in früheren Romanen gezeigt hat, und mit der er seine eher schlichte Handlung aufzupeppen versuche, kann Laux nichts abgewinnen.

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