Enrique Vila-Matas

Kassel: eine Fiktion

Roman
Cover: Kassel: eine Fiktion
Die Andere Bibliothek, Berlin 2017
ISBN 9783847703884
Gebunden, 360 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Petra Strien-Bourmer. Ein Roman als trompe-l'œil - vom Illusionisten Enrique Vila-Matas, pünktlich zur documenta 14. Ein katalanischer Schriftsteller ist eingeladen und aufgefordert, Teil der berühmten, alle fünf Jahre stattfindenden Ausstellung von Gegenwartskunst, der Documenta in Kassel zu sein. Seine Aufgabe ist denkbar simpel: in einem chinesischen Restaurant soll er eine Woche lange jeden Morgen an einem Tisch sitzen, vor ihm eine Karte mit der Aufschrift "writer in residence", um mit nichts als seiner bloßen Präsenz zu zeigen, was er unter Kunst versteht. Als Lohn ist ihm die Enthüllung der "Geheimnisse des Universums" versprochen. Enrique Vila-Matas entwickelt von dieser Versuchsanordnung ausgehend eine Geschichte, die sich allmählich von konventioneller Logik verabschiedet - ein Spiel von Fiktion und dem Vermögen von Literatur und Kunst beginnt, an dem die großen Vorbilder teilnehmen: Joseph Roth, Franz Kafka und Raymond Roussel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.06.2017

Harald Jähner fragt sich nach der Lektüre von Enrique Vila-Matas' Roman über die Documenta von 2012, ob das durchgeistigte Kunstkassel nicht die bessere Komfortzone ist. Statt aufzurütteln, versetzt die dortige Kunst den durch Kassel flanierenden Autor jedenfalls in einen Zustand "aufgekratzter Empfindsamkeit", stellt Jähner fest. Der einzig erdachte Erzählstrang um einen Autor, der in einem Kasseler China-Restaurant öffentlich schreibt, lässt Jähner die wahnwitzige echte Atmosphäre des Kunstereignisses beinahe als Satire begreifen. Doch erfunden sind die Werke und Künstler mitnichten, meint er, allen Leitmotiven und Verweisen im Text zum Trotz.
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