Enno Stahl

& noch eine sizilianische Reise

Ritter Verlag, Klagenfurt 2000
ISBN 9783854152712
Broschiert, 221 Seiten, 14,83 EUR

Klappentext

Zwei deutsche Pärchen, eines aus dem Rheinland, eines aus Ostdeutschland, reisen im Winter 1996 gemeinsam nach Sizilien. Man kennt sich, aber, wie diese Unternehmung zeigt, offensichtlich nicht gut genug. Diese Italien-Fahrt der beide Autoren Olli und Franz und ihrer Frauen Asta, einer Künstlerin, und Rieke, einer Historikerin, findet vor dem Horizont einer deutschen Identität statt, die sich aus den kulturellen Erfahrungen und Reiseberichten früherer Touristen aus Deutschland (Riedesel, Bartels, Münter, Goethe, Seume, Waiblinger, Platen u.a.) aus dem Land, wo die Zitronen blühn, speist. Mit dem Übertritt auf die "terra mitica" Sizilien werden historische und philologische Lektüreerlebnisse wach. Zugleich erweist sich, dass deren Deutung und Identitätsstiftung in Ost und West verschieden ausfällt, dass angesichts des kulturell Anderen auch die Gegenwart sehr unterschiedlich aufgefasst wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2000

Friedemar Apels Nacherzählung einzelner Episoden aus dem Buch ist eigentlich recht amüsant: hier der tiefgründelnde Schriftsteller Franz (`wie falsch sind sie doch; diese "wahren Dinge"!), dort der offenbar etwas proletarischere Olli (`Wenn`s hier im Winter sooo warm ist, wundert`s mich nich, dass die Spaghettis immer so gut drauf sind.`). Und immer wenn es zwischen den Parteien mal kriselt, greifen sie kräftig zum Landwein, berichtet der Rezensent, der erst in den letzten Sätzen seiner Kritik damit herausrückt, dass er die Geschichte "verquast" findet; er hält sie auch für ein "romantisches und trauriges Dokument eines unbefriedigten Erfahrungshungers". Am Ende vergleicht er das Buch gar mit einem "neudeutschen Dia-Abend" - was immer das heißen mag.
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