Christina Morales

Letzte Tage mit Teresa von Ávila

Roman
Cover: Letzte Tage mit Teresa von Ávila
Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN 9783751810678
Gebunden, 230 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Friederike von Criegern. Eine Frau, die sich über Konventionen, Dogmen und patriarchale Machtstrukturen radikal hinwegsetzt: als Frau, als Nonne, als Schriftstellerin, als Rebellin. In einem furiosen Selbstgespräch schlüpft Cristina Morales in die Haut der großen spanischen Mystikerin Teresa und erzählt ihr Leben neu. Als Tochter eines zum Christentum konvertierten jüdischen Kaufmanns trat sie 1535 mit 20 Jahren in ein Karmelitinnenkloster ein. Später gründete sie 17 Reformklöster, kämpfte gegen die Inquisition und schrieb Werke, die bis heute zu den bedeutendsten der christlichen Mystik zählen. Morales' Teresa ist keine Heilige im klassischen Sinne, sondern eine kluge, zornige, verletzliche und kämpferische Frau, die sich gegen die Zumutungen ihrer Zeit behauptet - gegen die Kirche, gegen die Männer, gegen die eigene Familie. Eine Frau, die schreibt, weil sie muss. Weil Schweigen keine Option ist.Ein mitreißender Roman über Mystik und Macht, über Körper und Geist, über das Schreiben als Widerstand. Archaisch und modern zugleich, voller Ironie, Wut und Poesie: Letzte Tage mit Teresa von Ávila ist ein sprachliches Abenteuer, ein wilder Ritt durch die Geschichte einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.03.2026

In "Letzte Tage mit Teresa von Ávila" versetzt sich die andalusische Schriftstellerin Cristina Morales in eine geistige Vorfahrin hinein, erklärt Rezensent Dirk Fuhrig: Teresa von Ávila. Morales' Anspruch ist jedoch nicht, die Lebensgeschichte der katholischen Heiligen, Mystikerin und Autorin zu erzählen. Vielmehr geht es ihr darum, so Fuhrig, diese erste weibliche Kirchenlehrerin, Autorin biografischer Schriften und vehemente Kritikerin der patriarchalen Kirchenstrukturen als Rebellin zu zeichnen und Frauenrechtlerin zu zeichnen. Mangelnde Konsequenz kann der Rezensent ihr in diesem Vorhaben nicht vorwerfen, eher im Gegenteil: Morales lässt die Ich-Erzählerin in ihrem inneren Monolog über Demütigungen, Gewalt und Abhängigkeit so sprechen, wie eine gelehrte, gläubige Frau im 16. Jahrhundert wohl gesprochen haben könnte. Klug und drastisch sind die Schilderungen, Morales' Sprache "historisierende" machen die Lektüre für ihn aber auch mühselig und "kryptisch". Irritiert zeigt sich der Rezensent auch vom Nachwort, in dem die Autorin ihrer Wut über die Marktmechanismen und die Verlegerin ihres letzten Buches Ausdruck verschafft. Aber so ist das wohl mit der Rebellion, sie irritiert.

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