Das Buch dient dem Nachweis, dass die Demokratie die einzige politische Organisationsform darstellt, die dem grundlegenden menschlichen Selbstverständnis entspricht. Demokratie liefert den politischen Ausdruck für die Unausweichlichkeit von sozialer Interaktion, sie ist in der sozialen Existenzform des Menschen verwurzelt. Sie stellt das Pendant dar zu unserem menschlichen Selbstverständnis als soziale, auf Interaktion angewiesene Lebewesen, das immer neuer Stufen der authentischen Verwirklichung bedarf. So, wie jedem Menschen die gleiche Anerkennung und die Möglichkeit zu intensiver Interaktion zukommen sollten, ist die Demokratie als egalitäre und partizipative Interaktion auszurichten. Eine "Stimme" in der Demokratie zu besitzen heißt nicht nur, ein "Votum" zu haben, sondern viel umfassender ausgiebig "zu Wort zu kommen".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2008
Einen kritischen Blick wirft Otfried Höffe auf Emanuel Richters Arbeit über die "Wurzeln der Demokratie". Er hebt hervor, dass der Autor die Demokratie im Sinne einer politischen Anthropologie erkenntnistheoretisch, sozialpsychologisch und kulturanthropologisch zu verorten sucht. Dabei findet er Richters Grundthese, die Demokratie entspreche am ehesten dem menschlichen Selbstverständnis, durchaus plausibel. Allerdings bleiben für ihn im Blick auf die von Richter favourisierte "republikanische" Form der Demokratie viele Fragen offen. Er hält dem Autor vor, das zugrundeliegende, letztlich teleologische Argumentationsmuster nicht offen zu benennen. Zudem vermisst er eine Behandlung von Bereichen, die für ihn die Grenzen der Demokratie markieren. Überhaupt stellt er immer wieder Lücken fest, so dass das Werk auf ihn "höchst unvollständig" wirkt. Außerdem kritisiert er, dass Richter Gegenpositionen bisweilen "zu plaktiv" darstellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2008
Rezensent Dirk Lüddecke findet Emanuel Richters Analyse der Demokratie zwiespältig. Das liegt daran, dass er an einigen Grundprämissen der Arbeit zweifelt - zum Beispiel daran, dass Demokratie für Richter nicht das Resultat eines schwierigen Prozesses sei, sondern "die Erfüllung einer kulturanthropologisch, sozialpsychologisch wie auch epistemologisch begründeten Forderung", wie der Rezensent meint. Auch stört sich Lüddecke an einigen doch romantisierenden Annahmen Richters oder außer Acht gelassenen Kausalitäten. Bevor sich der Rezensent also vom Autor Empfehlungen zur Wiederbelebung der Demokratie geben lässt, möchte er erst einmal eine "genauere Anamnese".
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