Aus dem Spanischen von von Juana und Tobias Burghardt. Gedichte der bolivianischen Quechua-Aymara-Dichterin Elvira Espejo Ayca. Ihr viersprachiger Doppelband "Kaypi jaqhaypi & Kirki qhañi - Por aquí, por allá & Petaca de las poéticas andinas - Hier und dort & Andines Liederbündel" (Quechua / Aymara - Spanisch - Deutsch) ist eine poetische Archäologie der andinen Sprachen, ihrer Rhythmen, Klänge und Wörter, die Erkenntnisse über die frühere Geschichte der indigenen Identität bereithält, die längst verlorengegangen zu sein schien, wenngleich sie weiterhin synkretistisch existiert. Die archaische Lebenswelt des weiten Altiplano, der Hochtäler und ihrer Bergpässe lässt zu einer erfahrbaren Selbstwirksamkeit kommen, bei der präzise Kenntnisse der eigenen Kräfte und ihrer Grenzen hilfreich sind: "Dornen des Todes, / Grenzen des Todes, / fragt mich nicht mehr / nach dem Haus des Todes." Der integrierte Zusammenhalt mit der Natur, sei sie noch so karg und unwirtlich, kündet vom universellen Blick der indigenen Weltweisheiten, die aus präkolonialen Zeiträumen in die Gegenwart der globalen Krisen harmonisierend hineinwirken.
Rezensentin Eva-Christina Meier empfiehlt die Gedichte der Bolivianerin Elvira Espejo Ayca in dieser viersprachigen Ausgabe. Als Brückenbauerin zwischen den Kulturen erweist sich die Autorin hier laut Meier in mehrfacher Hinsicht, da sie (in einer für den Band zusammengetragenen Liedersammlung) christliche und indigene Narrative vermischt, Landschaftsbilder entwirft und eigene Erlebnisse beschreibt und dafür sowohl auf ihre Muttersprache Aymara als auch auf ihre Vatersprache Quechua zurückgreift. Aycas Dichtung überzeugt Meier durch diese Verbindung von Tradition und Individualität.
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