Elsa Koester

Im Land der Wölfe

Roman
Cover: Im Land der Wölfe
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783627003203
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Nana kommt in eine vom Wahlkampf erhitzte Stadt am Rand von Sachsen, die voll ist von zurückkehrenden Frauen, von Gründerinnen im Aufbruch, die um ihre ostdeutsche Heimat ringen. Als Coach will sie in Grenzlitz Katja Stötzel, die Kandidatin der Zukunftsgrünen, stärken. Doch sie wird auf Distanz gehalten. Verständnis findet sie bei einem von ganz rechts, Falk Schloßer. In Grenzlitz findet sie ihre Verzweiflung und Wut auf eine Gesellschaft wieder, die sie jahrelang von sich geschoben hat. Als sich die Situation zuspitzt und Katja Stötzel bedroht wird, weil überhaupt alles zu eskalieren scheint, muss sie sich entscheiden: Auf welcher Seite stehe ich eigentlich? Wer meint es ernst mit der Menschlichkeit?"

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2025

Rezensent Nils Kahlefendt findet, dass Elsa Koester mit ihrem Roman über die ostdeutsche Provinz üblichen Reportage-Formaten durchaus überlegen ist. Die Autorin zeichnet ein weitgehend differenziertes sächsisches Panorama mit glaubhaftem Personal und einer Politiker-Coachin als Protagonistin versichert der Rezensent. Ganz ohne Typisierung der Figuren geht es leider nicht, aber einige Figuren haben wirklich so gar nichts von "Pappkameraden", meint der Kritiker. So zum Beispiel der rechte Ex-Zeitsoldat und JVA-Beamte Falk Schloßer, samt "Mentholgeruch" und Carhartt-T-Shirt, der auf die Linke Nana trifft. Eine leichte Überfrachtung mit Themen wie Stadt-Land-Antagonismus, Klimawandel und Migration erschwert dem Rezensenten ein wenig die Lektüre. Insgesamt aber ein ehrliches Bild der fiktiven Kleinstadt Grenzlitz, meint er.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2024

Rezensent Paul Jandl empfiehlt einen so aktuellen wie "subtilen" Roman mit dem neuen Buch von Elsa Koester. Er wird ins fiktive Grenzlitz geführt, wo sich die "Zukunftsgrünen", die "Linkspinken" und die rechten "Blauen" im Wahlkampf gegenüber stehen: Vorne liegt der AfD-Wiedergänger, die zukunftsgrüne Kandidatin Katja Stötzel holt sich indes Unterstützung von der Neuköllnerin Nana, die als Coachin und im Roman als Erzählerin fungiert. Aber Koester, die als Journalistin für die Wochenzeitung "Der Freitag" bei politischen Kundgebungen in Görlitz unterwegs war, und also weiß, wovon sie schreibt, betreibt hier keine "Schwarzweiß-Malerei", staunt Jandl: Die "vermeintlichen Nazis" erscheinen als Menschen mit Verlustängsten, die Grünen als Pharisäer, die ihre Kinder in "Regenbogenschulen" ohne Migrantenkinder schicken. Auch der "leise und zweifelnde" Tonfall der Autorin, mit dem sie das Wutpotenzial der Wähler ergründet, beeindruckt Jandl.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.09.2024

Von Elsa Koesters neuem Roman kann sich Rezensent Thomas Wagner kaum losreißen, so viele wichtige Punkte spricht die Geschichte um eine Bürgermeisterwahl in einem fiktiven ostdeutschen Ort an: Der Roman dreht sich vor allem um die Wahlkampfcoachin Nana, die die Grünen-Kandidatin Katja Stötzel unterstützen soll, deren Konkurrent ist der rechte Politiker Paul Witte. Mit dessen Unterstützer Falk hat Nana zunehmend mehr Kontakt, erfahren wir, und so stellen sich allerhand Konflikte über Themen wie Geschlechtsidentität, Migration und gesellschaftliche Trennlinien höchst realisitisch dar. Koester stellt wichtige Fragen nach der Bedeutung von Gefühlen und Rationalität in der Politik und weiß Wagner damit sehr zu überzeugen.