Am Ende des Buches "Eat, Pray, Love" verliebt sich Elizabeth Gilbert auf Bali in den Brasilianer Felipe. Sie schwören sich ewige Treue, aber zugleich versprechen sie sich nie, nie, unter keinen Umständen zu heiraten: Beide haben traumatische Scheidungen hinter sich. Die amerikanischen Grenzbehörden machen ihnen allerdings einen Strich durch die Rechnung: Felipe darf nicht mehr einreisen, außer - sie geben sich das Jawort. Verurteilt zur Eheschließung, beginnt Elizabeth Gilbert über das Heiraten nachzudenken und ihre Zweifel zu hinterfragen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2010
Verena Mayer klingt doch recht reserviert, wenn sie Elizabeth Gilberts neues Buch bespricht, Begeisterung sieht definitiv anders aus. Den Vorgängerband "Eat, Pray, Love" über eine Amerikanerin, die ihr altes New Yorker Leben und ihre Ehe hinter sich lässt, durch die Welt reist und sich schließlich in einen Brasilianer verliebt, fand sie noch "mittellustig". Die Fortsetzung, in der eben jene Liz trotz gegenteiliger Schwüre eine Ehe mit ihrem neuen Lover eingeht, setzt sich gründlich mit der Kulturgeschichte des Heiratens auseinander und weiß dazu "nicht uninteressante" Einzelheiten aus aller Welt zusammenzutragen. Dass Gilbert dabei auch ihre eigene Biografie in die Geschichte einfließen lässt, kann die Rezensentin nicht überraschen, steht das doch in "bester amerikanischer Tradition" des biografischen Erzählens. Nicht gerade überzeugend findet Mayer die argumentative Wende, die die Autorin am Ende vollzieht: hatte sie zunächst die Ehe als eine Institution angesehen, in der Frauen prinzipiell zu kurz kommen, preist sie sie am Ende als "Akt des Widerstands".
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